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Psychopathologische Modelle Klinische Psychologie I - Coggle Diagram
Psychopathologische Modelle
Klinische Psychologie I
Psychodynamische Störungsmodelle
Grundannahmen
Unbewusste psychische Prozesse beeinflussen Erleben und Verhalten
Psychische Störungen durch ungelöste innere Konflikte
Frühe Beziehungserfahrungen prägen die Persönlichkeit
Symptome können eine Funktion erfüllen
Sigmund Freud – Psychoanalyse
Drei Grundannahmen
Unbewusstes – psychische Prozesse außerhalb des Bewusstseins
Abwehr/Widerstand – Schutz vor unangenehmen unbewussten Inhalten
Übertragung – alte Beziehungsmuster werden auf aktuelle Personen übertragen
Intrapsychischer Konflikt
Bedürfnisse stehen im Widerspruch zu inneren oder äußeren Bedingungen
Verdrängung und Abwehr durch das Ich
Ungelöste Konflikte können Symptome verursachen
Merkschema
Unbewusster Konflikt → Abwehr → Übertragung → Symptome
Alfred Adler – Individualpsychologie
Minderwertigkeitsgefühl
Normale Erfahrung in der Entwicklung
Geltungsstreben
Versuch, Minderwertigkeitsgefühle zu überwinden
Gemeinschaftsgefühl
Interesse an anderen
Beziehungen und Zusammenarbeit
Zeichen psychischer Gesundheit
Teleologisches Prinzip
Nicht nur Woher kommt ein Symptom?
Sondern Wozu dient es?
Minderwertigkeitskomplex
Übermäßige Minderwertigkeitsgefühle
Überkompensation → Überwertigkeitskomplex
Krankheitsgewinn
Primär – intrapsychische Entlastung
Sekundär – soziale Vorteile, Aufmerksamkeit und Hilfe
C. G. Jung – Analytische Therapie
Libido
Allgemeine psychische Energie
Nicht ausschließlich Sexualenergie
Unbewusstes
Persönliches Unbewusstes – eigene Biografie
Kollektives Unbewusstes – gemeinsame menschliche Strukturen
Archetypen
Allgemeine Urbilder
Z. B. Mütterliches und Väterliches
Selbst
Umfasst die gesamte Psyche
Bewusstes Ich ist nur ein Teil davon
Vier Ich-Funktionen
Denken
Fühlen
Empfinden
Intuieren
Individuation
Entwicklung zur psychischen Ganzheit
Integration unbewusster Persönlichkeitsanteile
Komplexe
Emotional verbundene unbewusste Inhalte
Können durch Traumata aktiviert werden
Angst, Vermeidung und andere Symptome möglich
Wilhelm Reich – Vegetotherapie
Psychische und affektive Energie
Wut, Trauer und Erregung
Energie soll fließen und ausgedrückt werden
Energiestau
Blockierung des Gefühlsausdrucks
Reaktivierung frühkindlicher Konflikte
Abwehr und verstärkte Hemmung
Neurose
Charakterabwehr
Persönlichkeit entwickelt Abwehrmechanismen
Körperliche Ausdrucksformen
Muskelverspannungen und Atemmuster
Vegetotherapie
Körperarbeit
Atemübungen
Massage
Blockierte Gefühle zugänglich machen
Habib Davanloo – Psychodynamische Kurzzeittherapie
ISTDP – Intensive Short-Term Dynamic Psychotherapy
Konfliktdreieck
Gefühl → Angst → Abwehr
Frühe Beziehungserfahrungen
Gefühle wurden möglicherweise nicht ausgehalten
Gefühle werden mit Angst verbunden
Alte Beziehungsmuster werden reaktiviert
Angst
Realangst
Projektive Angst
Symptome
Kompromisslösungen
Gefühle und Angst werden vom Bewusstsein ferngehalten
Therapie
Gefühle wahrnehmen und aushalten
Abwehr abbauen
Symptome können überflüssig werden
Moderne psychodynamische Ansätze
Konfliktpathologie
Unbewusster Grundkonflikt
Entsteht häufig durch frühe Beziehungserfahrungen
Aktuelle Situationen können Konflikt aktivieren
OPD-II – 7 Grundkonflikte
Individuation vs. Abhängigkeit
Unterwerfung vs. Kontrolle
Versorgung vs. Autarkie
Selbstwertkonflikt
Schuldkonflikt
Ödipaler Konflikt
Identitätskonflikt
Strukturpathologie
Unzureichend entwickelte Ich-Funktionen
Schwierigkeiten im Umgang mit sich selbst und anderen
OPD-II – 4 Strukturdimensionen
Selbst- und Objektwahrnehmung
Realistisches Selbst- und Fremdbild
Selbstregulation und Regulation des Objektbezugs
Impuls- und Affektkontrolle
Selbstwertregulation
Emotionale Kommunikation
Eigene Gefühle wahrnehmen und ausdrücken
Empathie
Bindung an innere und äußere Objekte
Selbstberuhigung
Beziehungen eingehen und lösen
Therapie
Konfliktpathologie → Konflikte bearbeiten
Strukturpathologie → fehlende Ich-Funktionen aufbauen
Psychodynamik ausgewählter Störungen
Depression
Frühe Erfahrungen
Mangelnde emotionale Spiegelung
Unsichere Bindung
Verlust oder Abwesenheit von Bezugspersonen
Parentifizierung
Überhöhte elterliche Erwartungen
Liebe an Leistung geknüpft
Häufige Konflikte
Selbstwertkonflikt – passiver Modus
Versorgung vs. Autarkie – aktiver Modus
Schuldkonflikt – passiver Modus
Typisch
Hohe Leistungsbereitschaft
Überhöhte Selbstansprüche
Eigene Bedürfnisse werden abgewehrt
Wut und Aggression werden unterdrückt
Angststörungen
Unsichere Bindungen
Überängstliche Bezugspersonen
Frühe Unsicherheit
Bloßstellung eigener Schwächen
Gefährliche Welt wird vermittelt
Fehlende Sicherheit
Möglicher Grundkonflikt
Wunsch nach Sicherheit
Schwierigkeiten, anderen zu vertrauen
Erhöhte Vulnerabilität, aber keine zwangsläufige Störung
Störungsmodelle der Verhaltenstherapie
Grundannahmen
Verhalten wird gelernt
Gelerntes Verhalten kann wieder verlernt werden
Kognitive Wende
Gedanken und Bewertungen werden berücksichtigt
Entwicklung der kognitiven Verhaltenstherapie
Behavioristische Theorien
Klassische Konditionierung – Pawlow
Lernen durch Reizkopplung
Neutraler Reiz + unkonditionierter Reiz
Unkonditionierte Reaktion
Neutraler Reiz wird konditionierter Reiz
Konditionierte Reaktion entsteht
Extinktion – Löschung der Reaktion
Spontanerholung – Reaktion kann zurückkehren
Beispiel Angst
Neutraler Reiz wird mit Angst gekoppelt
Reiz löst anschließend Angst aus
Operante Konditionierung – Skinner
Verhalten wird durch Konsequenzen beeinflusst
Positive Verstärkung
Angenehme Konsequenz wird hinzugefügt
Verhalten nimmt zu
Negative Verstärkung
Unangenehmer Zustand wird beendet
Verhalten nimmt zu
Bestrafung
Verhalten nimmt ab
Wichtig
Negative Verstärkung ist keine Bestrafung
Zwei-Faktoren-Theorie der Angst – Mowrer
Klassische Konditionierung
Neutraler Reiz wird mit Angst gekoppelt
Operante Konditionierung
Vermeidung reduziert kurzfristig Angst
Negative Verstärkung der Vermeidung
Langfristige Folge
Angstverbindung wird nicht gelöscht
Angst bleibt bestehen
Kreislauf
Angst → Vermeidung → Erleichterung → Verstärkung der Vermeidung
Depression – Verstärker-Verlust-Theorie
Wenig positive Verstärkung
Viele negative Erfahrungen
Weniger Aktivität
Noch weniger positive Erfahrungen
Weitere Verstärkerverluste
Aufrechterhaltung der Depression
Auch Schonung und Aufmerksamkeit können Verhalten kurzfristig verstärken
Kognitive Theorien
Modelllernen – Albert Bandura
Lernen durch Beobachtung anderer
Verhalten wird übernommen
Keine eigene direkte Erfahrung notwendig
Beispiel
Kind beobachtet ängstliches Verhalten der Mutter
Entwickelt möglicherweise selbst Angst
Fehlende soziale Vorbilder
Soziale Kompetenzdefizite
Negative soziale Erfahrungen
Sozialer Rückzug
Dysfunktionale Kognitionen
Unangemessene oder unrealistische Gedanken
Selbstschädigende Überzeugungen
Vertreter
Meichenbaum – Selbstinstruktion
Beck – Kognitive Therapie
Ellis – Rational-Emotive Therapie
Beck – Kognitive Theorie der Depression
Denkfehler
Personalisieren
Alles-oder-nichts-Denken
Selektive Abstraktion
Übergeneralisierung
Übertreibung
Kognitive Triade
Negative Sicht auf sich selbst
Negative Sicht auf die Welt
Negative Sicht auf die Zukunft
Negative Denkstrukturen halten Depression aufrecht
Ellis – A-B-C-Schema
A – Activating Event
Auslösendes Ereignis
B – Belief
Bewertung und Überzeugung
C – Consequence
Emotionale und verhaltensbezogene Folge
Entscheidend
Nicht A verursacht direkt C
Sondern B vermittelt den Zusammenhang
Beispiel
A – Kritik
B – Alle müssen mich mögen
C – Angst und Niedergeschlagenheit
Erlernte Hilflosigkeit
Wiederholte negative Erfahrungen
Überzeugung, nichts verändern zu können
Vorhandene Handlungsmöglichkeiten werden nicht erkannt
Angststörungen aus kognitiver Sicht
Irrationale Bewertungen
Beispiel: Hunde sind gefährlich
Hund wird gesehen
Angst entsteht
Angst wird als Beweis für Gefahr interpretiert
Angst verstärkt sich
Humanistisch-existenzielle Modelle
Grundannahmen
Mensch besitzt Entwicklungspotenzial
Streben nach persönlicher Entfaltung
Gesundheit = Verwirklichung des eigenen Potenzials
Therapie unterstützt Entwicklung statt nur Symptome zu beseitigen
Therapeut als Begleitung
Wichtige Vertreter
Carl Rogers – klientenzentrierte Therapie
Fritz Perls – Gestalttherapie
Viktor Frankl – Logotherapie
Abraham Maslow – Selbstverwirklichung
Aktualisierungstendenz – Rogers
Angeborenes Streben nach Entwicklung
Entfaltung eigener Fähigkeiten
Selbstverwirklichung – Maslow
Eigene Möglichkeiten und Potenziale entfalten
Inkongruenz – Rogers
Widerspruch zwischen Selbstkonzept und tatsächlichem Erleben
Starres Selbstbild
Gefühle und Bedürfnisse passen nicht zum Selbstbild
Erleben wird verleugnet oder verzerrt
Innere Spannung und psychische Symptome
Beispiel
Selbstbild: Ich bin immer belastbar
Tatsächliches Erleben: starke Erschöpfung
Erschöpfung wird heruntergespielt
Bedingte Wertschätzung
Liebe und Anerkennung nur bei Erfüllung bestimmter Erwartungen
Starres Selbstbild entsteht
Abhängigkeit von der Bewertung anderer
Biologisch-medizinische Modelle
Grundannahmen
Psychische Störungen können mit biologischen Veränderungen zusammenhängen
Gehirn
Neurotransmittersysteme
Hormonsysteme
Genetische Faktoren
Monoamin-Hypothese der Depression
Veränderte Monoaminversorgung
Soll depressive Symptome erklären
Psychosomatik
Psyche und Körper beeinflussen sich gegenseitig
Wichtige Schnittstellen
Limbisches System
Thalamus
Vegetatives Nervensystem
Endokrines System
Stress und HHN-Achse
Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse
Stress aktiviert HHN-Achse
Kortisol wird ausgeschüttet
Kortisol
Stellt Energie bereit
Hemmt unter anderem Immun- und Sexualfunktionen
Negative Rückkopplung
Beendet normalerweise die Stressreaktion
Chronischer Stress
Wiederholte Aktivierung der HHN-Achse
Schlafstörungen
Verdauungsprobleme
Erhöhter Blutdruck
Erhöhte Kortisolbelastung
Beeinträchtigung des Hippocampus
Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
Mögliche Beteiligung an Depression und PTBS
Genetische Vulnerabilität
Vererbt wird eine Anfälligkeit, nicht direkt die Störung
Angeborenes Temperament
Neurotizismus
Gehemmtes Verhalten
Genetische Faktoren
Pränatale Umwelt
Mütterlicher Stress kann Stressverarbeitung beeinflussen
Epigenetik
Umwelt beeinflusst Aktivierung und Deaktivierung von Genen
Systemische Perspektive
Grundannahmen
Mensch ist Teil verschiedener Systeme
Familie
Partnerschaft
Freundeskreis
Arbeitsteam
Kultur
Psychische Symptome
Können durch Konflikte und Rollen entstehen
Erwartungen und Regeln beeinflussen Verhalten
Symptome können innerhalb eines Systems aufrechterhalten werden
Symptomträger
Betroffene Person zeigt das Symptom
Problem kann im gesamten System liegen
Zirkularität
Keine einfache Ursache-Wirkungs-Beziehung
A beeinflusst B
B beeinflusst A
Wechselwirkungen verstärken sich gegenseitig
Zirkuläres Fragen
Beziehungen und Wechselwirkungen untersuchen
Perspektive anderer Personen erfragen
Beispiel
Was empfindet der Vater, wenn er die depressive Mutter sieht?
Evolution und Ko-Evolution
Systeme entwickeln sich weiter
Ko-Evolution = verbundene Systeme entwickeln sich gemeinsam
Dynamische Systeme
Veränderung eines Faktors beeinflusst das gesamte System
Ergebnisse nicht immer exakt vorhersehbar
Stabilität trotz Veränderung möglich
Chronifizierung
Krankheit → Krankheit
Salutogenese
Gesundheit → Gesundheit
Biopsychosozialer Ansatz
Grundannahmen
Verbindung verschiedener Modellperspektiven
Biologische + psychologische + soziale Faktoren
Wechselwirkung aller Ebenen
Biologische Ebene
Gene
Gehirn
Neurotransmitter
Hormone
Körperliche Prozesse
Psychologische Ebene
Gedanken
Gefühle
Verhalten
Lernerfahrungen
Konflikte
Soziale und kulturelle Ebene
Familie
Beziehungen
Stress
Gesellschaftliche Bedingungen
Kulturelle Vorstellungen
Beispiel Schizophrenie
Genetische Prädisposition
Substanzen und Drogen
Sozialer Stress
Familiäre Kommunikation
Double-Bind-Konzept
Kulturelle Vorstellungen
Diathese-Stress-Modell
Vulnerabilität + Stress = mögliche Symptombildung
Vulnerabilität
Biologisch und genetisch
Psychosozial erworben
Je höher die Vulnerabilität
Desto weniger Stress kann ausreichen
Schutzfaktoren
Soziale Unterstützung
Ressourcen
Erhöhen die kritische Schwelle
Unterschiedliche Reaktionen auf gleiche Belastungen
Hohe Vulnerabilität + viel Stress → höheres Erkrankungsrisiko
Geringe Vulnerabilität + gleicher Stress → möglicherweise gesund
Vorteil
Verbindet verschiedene Einflussfaktoren
Nachteil
Erklärt nicht genau, welcher Faktor welche Störung verursacht
Vergleich der psychopathologischen Modelle
Psychodynamisch
Was wirkt unbewusst?
Konflikte, Abwehr und frühe Beziehungserfahrungen
Strukturdefizite
Behavioristisch
Was wurde gelernt?
Klassische und operante Konditionierung
Kognitiv
Wie wird etwas bewertet?
Dysfunktionale Gedanken und Überzeugungen
Humanistisch
Kann sich der Mensch verwirklichen?
Inkongruenz und gehemmte Potenzialentfaltung
Biologisch-medizinisch
Was passiert auf biologischer Ebene?
Gehirn, Hormone, Neurotransmitter und Genetik
Systemisch
In welchem System entsteht das Problem?
Kommunikation, Rollen und Zirkularität
Biopsychosozial
Wie wirken mehrere Ebenen zusammen?
Biologische, psychologische und soziale Faktoren
Prüfungsrelevante Merksätze
Freud
Unbewusstes – Abwehr – Übertragung
Adler
Minderwertigkeit – Geltungsstreben – Teleologie
Jung
Persönliches und kollektives Unbewusstes – Archetypen – Individuation
Reich
Energie – Energiestau – Charakterabwehr – Körper
Davanloo
Gefühl → Angst → Abwehr
OPD-II
7 Grundkonflikte + 4 Strukturdimensionen
Verhaltenstherapie
Klassische und operante Konditionierung
Mowrer
Angst → Vermeidung → negative Verstärkung
Bandura
Lernen durch Beobachtung
Beck
Kognitive Triade + Denkfehler
Ellis
A → B → C
Rogers
Aktualisierungstendenz + Inkongruenz
Biologisch
HHN-Achse + Kortisol + Vulnerabilität
Systemisch
Symptomträger + Zirkularität + Interdependenz
Biopsychosozial
Bio + Psycho + Sozial + Wechselwirkung
Diathese-Stress
Vulnerabilität + Stress + Schutzfaktoren