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Tiergestützte Therapie (TGT) - Coggle Diagram
Tiergestützte Therapie (TGT)
Was ist tiergestützte Therapie?
Einordnung
Additives Verfahren in Psychotherapie und psychosozialer Arbeit
Ergänzt konventionelle Therapie, ersetzt sie nicht
Begriffe
Tiergestützte Intervention: gezielte Einbindung von Tieren
Tiergestützte Therapie: geplante therapeutische Intervention durch Fachpersonen
Tiergestützte Aktivitäten: informelle Begegnungen mit motivationalem oder entspannendem Ziel
Grundidee
Mensch-Tier-Beziehung als Ressource
Tiere können Beziehung, Motivation und emotionale Öffnung unterstützen
Therapeutischer Prozess
Therapeutische Triade
Patient
in – Therapeut
in – Tier
Tier wirkt als dritter Beziehungspartner
Funktionen des Tieres
Beziehungsvermittler
Eisbrecher
Sichere Basis
Emotionaler Öffner
Therapeutische Allianz
Bindung: Vertrauen und emotionale Basis
Aufgaben: Einigkeit über Vorgehen und Methoden
Ziele: Einigkeit über therapeutische Ziele
Erfahrungssystem
TGT wirkt nicht nur verbal-kognitiv
Körperkontakt, Sinneswahrnehmung und direkte Erfahrung sind zentral
Ethik, Tierschutz und Standards
Tierwohl
Grundbedingung jeder Intervention
Schutz vor Stress, Angst, Schmerz und Überforderung
Haltung und Pflege
Artgerechte Umgebung, Bewegung und Sozialkontakt
Regelmäßige tierärztliche Kontrolle
Training und Einsatz
Positive Verstärkung statt Zwang
Intervention bei Distress des Tieres abbrechen
Professionelle Verantwortung
Klare Rollen, Ausbildung und Risikomanagement
Häufigkeit, Dauer und Intensität müssen begrenzt werden
Richtlinien
IAHAIO: Standards für Mensch-Tier-Interaktionen
ISAAT und ESAAT: Ausbildungs- und Qualitätsstandards
Logische Gesamtaussage
Zusammenhang
TGT entsteht aus Beziehung, Tierverhalten, therapeutischem Ziel und ethischer Verantwortung
Kernbedingung
Ohne Tierwohl keine legitime tiergestützte Intervention
Forschungsbedarf
Wirkung muss theoretisch begründet und empirisch geprüft werden
Warum kann TGT wirken?
Biophilie
Bedürfnis nach Verbindung zu Natur und Lebewesen
Ruhige Tiere können Sicherheit und Entspannung vermitteln
Bindung
Tiere können als sichere Basis erlebt werden
Sicherheit erleichtert Exploration und Emotionsregulation
Ablenkung
Aufmerksamkeit wird vom Problem auf das Tier gelenkt
Kann Angst, Schmerz und negative Stimmung reduzieren
Resonanz & Synchronie
Emotionale und körperliche Abstimmung zwischen Mensch und Tier
Besonders relevant in pferdegestützter Therapie
Du-Evidenz & Anthropomorphismus
Tier wird als individuelles Gegenüber wahrgenommen
Zuschreibung menschlicher Eigenschaften erleichtert Beziehung
Tierverhalten und Tierauswahl
Grundprinzip
Tier muss zu Ziel, Person und Kontext passen
Tierwohl und Sicherheit entscheiden über den Einsatz
Hund
Sozial, kommunikativ und kontaktfördernd
Kann Akzeptanz, Nähe, Aktivität und Selbstwert unterstützen
Pferd
Flucht- und Herdentier mit hoher Sensibilität
Trägt, spiegelt und fördert Körperwahrnehmung sowie Selbstwirksamkeit
Esel
Ruhig, sensibel und grenzsetzend
Fördert Kooperation statt Druck oder Dominanz
Wildtiere
Ethisch und tierschutzbezogen problematisch
Für Therapie nicht geeignet
Auswahlkriterien
Temperament, Gesundheit, Training und Belastbarkeit
Bedürfnisse und Fähigkeiten der Klient*innen
Kompetenz der Fachperson und therapeutisches Ziel
Wissenschaftliche Perspektive
Forschungsbeispiel
Physiologische Synchronie in pferdegestützter Therapie
HRV-Messung bei Mensch und Pferd
Studiendesign
Patientinnengruppe mit vier Sitzungen
Kontrollgruppe mit einer Sitzung
Analyse über Cross-Wavelet-Power und Mixed-Effect-Modelle
Sitzungsphasen
Fragebögen, Putzen, Kontakt, Reiten, Liegen, Abschied
Synchronie variiert je nach Interaktionsphase
Ergebnisse
Synchronie nahm über wiederholte Sitzungen zu
Stress und Symptombelastung sanken nach der Intervention
Symptomschwere erklärte Synchronie nicht eindeutig
Bedeutung
Synchronie ist dynamisch und kontextabhängig
Sie kann ein emergenter Prozess therapeutischer Veränderung sein