Please enable JavaScript.
Coggle requires JavaScript to display documents.
Standardisierte Intelligenztests - Coggle Diagram
Standardisierte Intelligenztests
Überblick über verbreitete Intelligenztests
Berücksichtigung von
normorientierten Verfahren
kulturfairen und sprachfreien Tests (basierend auf Kulturfairness)
Zusätzlich: Rolle von KI in der Intelligenzdiagnostik
3.1 Normorientierte Tests
Auswertung erfolgt durch Vergleich mit repräsentativen Normstichproben
Normstichproben werden differenziert nach
Alter
Geschlecht
Beruf
Bildungsstand
Ziel: genauer Vergleich mit passender Referenzgruppe
3.1.1 Der Intelligenzquotient (IQ)
Testaufbau und Berechnung
Tests bestehen aus
mehreren Untertests und Subskalen
Ablauf
richtige Antworten → Rohwert
Transformation über Normtabellen
Ergebnis: standardisierte Werte → IQ
Definition IQ
IQ = relatives Gesamtmaß der Intelligenz im Vergleich zu Gleichaltrigen (nach Siegler et al., 2021)
Normalverteilung des IQ
Mittelwert: 100
Verteilung: symmetrisch
68% im Bereich
IQ 85–115 → Durchschnitt
95% im Bereich
IQ 70–130
Werte
< 70 → weit unterdurchschnittlich
130 → weit überdurchschnittlich
Bedeutung der IQ-Konstruktion
ermöglicht
Vergleichbarkeit über Zeit
Untersuchung von Stabilität
Zeitliche Stabilität
IQ ist ab ca. 5 Jahren relativ stabil
gilt als
eine der stabilsten psychologischen Eigenschaften (Brody, 1992)
IQ als Prädiktor
sagt verschiedene Lebensbereiche vorher
Schulleistung
Arbeitsleistung
Einkommen
Berufserfolg
aber
weitere wichtige Einflussfaktoren
Selbstkontrolle
Motivation
Gewissenhaftigkeit
Kreativität
Gesundheit
soziale Kompetenz
Neugier
3.1.2 Wechsler-Tests
Entwicklung
Testreihe für
Vorschulkinder
Kinder
Erwachsene
Ursprung: Wechsler-Bellevue Intelligence Scales (1939)
Entwickler: David Wechsler
Grundlage
bestehende Tests kombiniert (pragmatischer Ansatz)
Orientierung an
Binet-Test
Army Alpha- und Beta-Tests (Yerkes)
heute: 4. bzw. 5. Revision
Vorteil
ähnliche Struktur über Altersgruppen hinweg
erleichtert standardisierte Anwendung
Konstruktion
kein eigenständiges theoretisches Modell
basiert auf
g-Faktor
mehre untergeordnete Faktoren
kontinuierliche Anpassung durch
faktorenanalytische Überprüfung
Indizes der aktuellen Tests
Kinder
WISC-V
WPPSI-IV
fünf Indizes
Arbeitsgedächtnis (AGD)
Sprachverständnis (SV)
Verarbeitungsgeschwindigkeit (VG)
visuell-räumliche Verarbeitung (VRV)
fluides Schlussfolgern (FS)
Erwachsene
WAIS-IV
vier Indizes
visuell-räumlich + fluid → zusammengefasst zu
wahrnehmungsgebundenes logisches Denken
Beispiel: WISC-V
Einsatzbereich
Alter: 6;0 – 16;11 Jahre
Aufbau
15 Untertests
10 primäre
5 sekundäre
Zusatzinformationen
Ersatz bei Problemen (z. B. motorische Einschränkungen)
Gesamt-IQ
basiert auf 7 ausgewählten Untertests
Inhalte der Untertests (Beispiele)
visuell-räumlich
Mosaik-Test, visuelle Puzzles
sprachlich
Wortschatz, Gemeinsamkeiten
Arbeitsgedächtnis
Zahlen nachsprechen, Bilderfolgen
Verarbeitungsgeschwindigkeit
Symbolsuche, Zahlen-Symbol-Test
fluides Denken
Matrizen-Test, Formenwaage, rechnerisches Denken
Ablauf der Durchführung
feste Reihenfolge der Subtests
jede Aufgabe
Instruktion + Übungsaufgaben
Startniveau
teilweise altersabhängig
Abbruch
nach bestimmter Anzahl falscher Antworten
wichtig
direkte Bewertung während Testung notwendig
bei Unsicherheit
eher fortfahren und später prüfen
Auswertung
Punkte → Rohwert
Umrechnung → Wertpunkte (altersnormiert)
Summen
Indizes
Gesamt-IQ
Transformation → IQ-Werte
Digitale Durchführung
Software: Q-interactive
Vorteile
Instruktionen automatisch
direkte Eingabe
automatische Auswertung
zeitökonomisch
weniger Hilfsmittel
Testgüte
Validität
bestätigt durch
konfirmatorische Faktorenanalysen
Korrelation mit anderen IQ-Tests
Reliabilität
interne Konsistenz: hoch bis exzellent
Split-Half: .80 – .96
Retest (≈26 Tage): .72 – .92
Objektivität
Durchführung
standardisierte Instruktionen
Auswertung
klare Vorgaben + Schablonen
Interpretation
Vorgaben im Manual
computergestützte Reports möglich
Normierung
Stichprobe: 1087 Kinder
33 Altersgruppen
Vorteil
sehr präzise Altersvergleiche
Nachteil
kleine Gruppen pro Altersstufe
IQ-Bereich
40 – 160
Kritik
anfällig für Testleitereffekte
Fehler bei manueller Auswertung häufig
empirische Kritik
5-Faktoren-Struktur nicht bestätigt
stattdessen
4-Faktoren-Struktur
3.1.3 Adaptives Intelligenz Diagnostikum 3 (AID 3)
Allgemeines
Test für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre
orientiert sich an Wechsler-Tests
zentrales Unterscheidungsmerkmal: anderes Intelligenzmodell
Intelligenzverständnis
Intelligenz = Bündel kognitiver Voraussetzungen für
Wissenserwerb
Entwicklung von Handlungskompetenzen
Testwerte und Interpretation
kritische Haltung gegenüber Gesamt-IQ
stattdessen empfohlen
niedrigste Testleistung = Intelligenzquantität
zusätzlich
Primär-IQ
Sekundär-IQ
interpretierbar als
fluide Intelligenz
kristalline Intelligenz
wichtigste Auswertung
Intelligenzprofil anhand der T-Werte
Verhältnis der Untertests
Adaptives Testen
Branched Testing
Auswahl von Aufgabengruppen
nächste Aufgabe abhängig von Leistung
Tailored Testing
nach jedem Item
Fähigkeitsschätzung aktualisiert
nächstes Item angepasst
Testdauer
Branched: ca. 75 Minuten
Tailored: ca. 50 Minuten
Testgüte
Objektivität
Manual
Computerunterstützung
Reliabilität
ausreichend laut IRT
Validität
Expertenratings
empirische Daten
Einschränkung
keine klare Kriteriumsvalidität
Normierung
Neu-Normierung: 2014–2020
Änderungen
Manual und Instruktionen überarbeitet
3.1.4 Kaufman Assessment Battery for Children II (KABC-II)
Allgemeines
entwickelt von
Alan S. Kaufman
Nadeen L. Kaufman
Zielgruppe
Kinder und Jugendliche (3–18 Jahre)
deutsche Adaptation
Melchers und Melchers
Theoretische Fundierung
basiert auf
CHC-Modell
Luria-Modell
Aufmerksamkeit
Speicherung
Planung
Testmaterial
Klappordner-System
Indizes
Fluid-Kristallin-Index (FKI)
Intellektueller Verarbeitungsindex (IVI)
Sprachfreier Index (SFI)
Anwendungsempfehlungen
FKI
Lernstörungen
Entwicklungsverzögerungen
ADHS
emotionale/Verhaltensstörungen
Hochbegabung
IVI
Mehrsprachigkeit
Migrationshintergrund
Sprachstörungen
Hörminderung
Autismus
SFI
Sprachbarrieren
Hörminderung
starke Sprachstörungen
Untertests
Kerntests
Zusatztests
Durchführung
30–75 Minuten
Testgüte
Reliabilität
Untertests: .70 – .97
Indizes: .94 – .98
Validität
gut bewertet
Objektivität
computergestützte Auswertung
Normen
Stand: 2015
Besonderheit
Stärken-Schwächen-Profil
Förderempfehlungen
3.2 Kulturfaire und sprachfreie Tests
Ziel: kulturunabhängige und sprachfreie Intelligenzmessung
Fokus
Raven-Test
CFT-20-R
SON
3.2.1 Raven-Test
Allgemeines
sprachfreies figurales Material
Matrizenaufgaben
theoretische Grundlage: g-Faktor
Testvarianten
CPM
SPM
APM
Durchführung
ca. 45 Minuten
Aufgabenformat
Matrix vervollständigen
Regeln und Muster erkennen
Testgüte
interne Konsistenz: .75 – .93
Validität gegeben
3.2.2 CFT-20-R
Allgemeines
sprachfreier Test
fluide Intelligenz
Aufbau
zwei Testteile
Untertests
Reihen fortsetzen
Klassifikationen
Matrizen
topologische Schlussfolgerungen
Testgüte
Objektivität hoch
Reliabilität hoch
Validität gegeben
3.2.3 SON
Allgemeines
vollständig nonverbal
Zielgruppen
Gehörlose
Sprachstörungen
Entwicklungsverzögerungen
Untertests
Analogien
Mosaike
Kategorien
Situationen
Testgüte
Objektivität hoch
Reliabilität gut
Validität gegeben
3.3 KI-gestützte Intelligenztests
Grundidee
KI erweitert Diagnostik
Technologische Basis
Machine Learning
Deep Learning
Natural Language Processing
Bewertung
Vorteile
Effizienz
Individualisierung
Herausforderungen
Validität
Fairness
Ethik
Automatisierte Itemgenerierung
Vorteile
große Itempools
Nachteile
Bias
Black Box
KI-basiertes adaptives Testen
Vorteile
präzise Messung
Nachteile
Overfitting
geringe Transparenz
Automatisches Scoring
Vorteile
Objektivität
Nachteile
Intransparenz
Erweiterung des Intelligenzbegriffs
Vorteile
breitere Erfassung
Nachteile
geringe Vergleichbarkeit
Zentrales Problem: Datenqualität
Garbage in, garbage out
Bias in, bias out
Ethische Aspekte
Transparenz
Datenschutz
Verantwortung
Kernaussage
Potenzial hoch
Probleme bei Validität, Fairness, Ethik, Transparenz