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Zerebrale Lateralisierung, Sprache, Split Brain - Coggle Diagram
Zerebrale Lateralisierung,
Sprache, Split Brain
Grundprinzip der zerebralen Lateralisierung
Spezialisierung der Hemisphären
Zusammenarbeit beider Hemisphären
Dominanz einzelner Funktionen
Unterschiede (--> hemisphärische Asymmetrien)
zwischen links und rechts
funktionell
strukturell
Grundprinzip: zerebrale Lateralisierung
frühe Belege durch Läsionsstudien von
Paul Broca
Carl Wernicke
Lateralisierung der Sprache
Grundannahmen
linke Hemisphäre
Sprache
willkürliche Bewegungen
rechte Hemisphäre
objektbezogenes Bewusstsein
automatisiertes Handeln
zerebrale Dominanz
eine Hemisphäre übernimmt Hauptfunktion
andere bleibt beteiligt
Sprachdominanz
Rechtshänder
96 Prozent linksdominant
Linkshänder
70 Prozent linksdominant
15 Prozent bilateral
15 Prozent rechtsdominant
es gibt keine generell dominante Hemisphäre
Dominanz funktionsspezifisch
funktionelle Aufteilung
linke Hemisphäre
Sprache
zeitliche Verarbeitung
rechte Hemisphäre
Gesichter erkennen
visuell räumliche Aufmerksamkeit
Sprachintonation
anatomische Grundlagen
Operculum frontale
Broca Areal (Sprachproduktion)
Planum temporale
Sprachverständnis
Heschl Gyrus
primärer auditiver Cortex
Asymmetrien
Planum temporale --> links größer
Heschl Gyrus --> rechts größer
Operculum frontale --> Lateralisierung unklar
Mikrostruktur
linke Hemisphäre
mehr Axone und Dendriten
bessere Vernetzung
--> optimal für schnelle Sprachverarbeitung
absolutes Gehör
größeres linkes Planum temporale
Wada Test
Juhn Atsushi Wada
Ablauf
Narkotikum Halsschlagader
Hemisphäre ausgeschaltet
Patient spricht rechnet zählt
Ergebnis
dominante Hemisphäre
starke Sprachstörung
nicht dominante Hemisphäre
kaum Effekt
Entwicklung der Sprachlateralisierung
angeboren
linkshemisphärische Anlage
Erfahrung notwendig
soziale Interaktion
Imitation
Stimulation
Plastizität
bis etwa 10 Jahre: rechte Hemisphäre übernimmt Sprache
später noch veränderbar
dichotisches Hören & EEG
stärkere Reaktion links auf Sprachlaute
Einfluss von Erfahrung
Sprachdeprivation
schwache Lateralisierung
Erfahrung entscheidend
Zweisprachigkeit
(Bilingualismus)
spät gelernt
rechte Hemisphäre stärker beteiligt
Sprachen räumlich getrennt im Gehirn
früh gelernt
überlappende Areale
bessere Aufmerksamkeit
Geschlechtsunterschiede
Frauen
bessere Sprachflüssigkeit
weniger starke Linksdominanz
geringere Ausfälle nach Läsionen
Händigkeit & Sprache
Rechtshänder: linksdominant
Linkshänder: häufiger bilateral oder rechtsdominant
Händigkeit: nicht gleich Dominanz
Kernaussagen
Gehirn ist
lateralisiert
aber integriert
Sprache meist
linksdominant
Lateralisierung: angeboren und erfahrungsabhängig
Anatomie + Erfahrung = bestimmen Sprachverarbeitung
hohe Plastizität in Kindheit
Lateralisierung weiterer Funktionen
Grundprinzip
Rechtshänder: Funktionen sind überwiegend lateralisiert
beide Hemisphären beteiligt
Dominanz = Tendenz, nicht absolute Trennung
rechte Hemisphäre
Emotionen
Musik
Raumverarbeitung
Gedächtnis
links --> verbal
rechts --> nonverbal
Einschränkung
Funktionen: oft beidseitig organisiert
Unterschiede: nur graduell
Split Brain (geteiltes Gehirn)
Grundlage
Verbindung beider Gehirnhälften über Corpus callosum
Durchtrennung (Kommissurotomie) bei Epilepsie --> Split-Brain-Patienten
Hemisphären arbeiten getrennt
funktionelle Unterschiede
(Lateralisierung)
linke Hemisphäre
sprachfähig
verarbeitet rechtes Gesichtsfeld & rechte Hand
rechte Hemisphäre
nicht sprachfähig
verarbeitet linkes Gesichtsfeld & linke Hand
Experimente
visuelle Präsentation
Rechtes Gesichtsfeld → linke Hemisphäre → Objekt kann benannt werden
Linkes Gesichtsfeld → rechte Hemisphäre → Objekt kann nicht benannt, aber richtig ausgewählt werden
Sprache ist an die linke Hemisphäre gebunden
taktile Aufgaben
linke Hand erkennt, aber benennt nicht
unabhängiges Lernen
beide Hemisphären lernen getrennt
Helping Hand Phänomen
Hände arbeiten gegeneinander
Eine Hemisphäre korrigiert aktiv die andere
Aufmerksamkeit & Wahrnehmung
zwei Aufmerksamkeitsfoki möglich
Schimären Test
ojede Hemisphäre sieht ein anderes Gesicht
verbal wird nur das rechte Gesichtsfeld berichtet
➡️ rechte Hemisphäre bleibt sprachlich „unsichtbar“
Konflikte
linke Hemisphäre versteht Verhalten nicht
rechte Hemisphäre zeigt eigenes Verhalten
Zusammenarbeit trotz Trennung
Emotionen übertragbar
visuelle Information getrennt
Patient:innen fühlen etwas, können aber nicht erklären warum --> subkortikale Kommunikation möglich
Kernaussage
funktionale Lateralisierung
unabhängige Hemisphären
Bewusstsein teilweise geteilt
zentrale Kernaussagen
Lateralisierung betrifft viele Funktionen
rechte Hemisphäre: Raum, Emotion, Musik
linke Hemisphäre: Sprache, Logik, Bewegung
Unterschiede: relativ
Split Brain: zwei Systeme
teilweise Zusammenarbeit
kortikale Lokalisation von Sprache
Grundidee
Sprache nicht nur links
Lateralisierung statistisch
auch rechte Hemisphäre beteiligt an Sprache
Wernicke-Geschwind-Modell
Carl Wernicke & Norman Geschwind
7 Komponenten
visueller Cortex
Gyrus angularis
primärer auditorischer Cortex
Wernicke-Areal
Fasciculus arcuatus
Broca Areal
primärer motorischer Cortex
Verarbeitung gesprochene Sprache
auditorischer Cortex → Aufnahme von Sprachsignalen
Wernicke-Areal → Verstehen
Bildung einer Antwort (mentale Repräsentation)
Weiterleitung über Fasciculus arcuatus
Broca-Areal → Artikulationsplanung
motorischer Cortex → Sprechbewegung
Lesen
visueller Cortex → Aufnahme des Wortes
Gyrus angularis → Umwandlung visuell → auditiv
Wernicke-Areal → Verständnis
Weiterleitung → Broca-Areal
motorischer Cortex → Aussprache
Bewertung
basiert auf Läsionen (Aphasie)
Läsionen oft diffus
nicht endgültig bewiesen --> dennoch genutzt
Sprachstörungen (Aphasien)
Definition
Sprachstörung durch Hirnschädigung
Produktion und Verständnis betroffen
Broca Aphasie
Lokalisation linker inferiorer präfrontaler Cortex
Symptome
langsame mühsame ungrammatische Sprache --> expressive Störung
Verständnis erhalten
Wernicke Aphasie
Lokalisation im Wernicke Areal
Symptome
Verständnis gestört
Sprache flüssig aber inhaltlich unsinnig --> rezeptive Störung
Leitungs-Aphasie
Ursache: Fasciculus arcuatus Schädigung
Verbindungsstörung zwischen Broca- und Wernicke-Areal
Alexie & Agrafie
Alexie: Lesen gestört
Agrafie: Schreiben gestört
gestörte Verbindung: visueller Cortex <--> Gyrus angularis
neuere Forschung
kleine Läsionen: geringe Defizite
große Läsionen: starke Defizite
Kritik
reine Formen selten
keine klar isolierten Aphasien
bildgebende Verfahren
oft subkortikale weiße Substanz beteiligt
anteriore Läsionen: expressive Störungen
posteriore Läsionen: rezeptive Störungen
globale Aphasie
große Läsionen: im anterioren + posterioren Cortex und in der weißen Substanz
Produktion und Verständnis gestört
weitere Bereiche
medialer Frontallappen
Basalganglien
Thalamus
subkortikale Strukturen
individuelle Unterschiede
Sprachlokalisation variabel zwischen Personen
Fazit
Wernicke-Geschwind-Modell nicht vollständig bestätigt
aber Broca und Wernicke wichtig
anterior --> Produktion
posterior --> Verständnis
Kernaussagen
Sprache nicht strikt lokalisiert
Sprache --> Netzwerkleistung des Gehirns
mehrere Areale beteiligt
Aphasien: komplex und verteilt