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Der diagnostische Prozess – Zusammenfassung - Coggle Diagram
Der diagnostische Prozess – Zusammenfassung
Definition
Systematische Abfolge von Schritten zur Informationsgewinnung und -integration
Ziel: Beantwortung einer diagnostischen Fragestellung
Gilt universell für alle Anwendungsfelder
Prozess ist zyklisch
einzelne Schritte können wiederholt werden
3.1 Auftragsannahme und Fragestellung
Klärung vor Annahme (Qualitätsstandards)
Ethische Vertretbarkeit
Rechtliche Zulässigkeit
Eigene Fachkompetenz
Kenntnis rechtlicher Rahmenbedingungen
Ausreichende wissenschaftliche Grundlage
Verfügbarkeit geeigneter Methoden
Notwendigkeit weiterer Gutachten
Weitere Klärungen
Erwartungen des Auftraggebers
Umfang des Auftrags
Konsequenzen
Auftrag wird
angenommen
angepasst
abgelehnt (wenn Kriterien nicht erfüllt)
3.2 Ableitung psychologischer Fragen
Grundidee
Komplexe Fragestellung → Zerlegung in Teilfragen
Teilfragen = psychologische Fragen (Hypothesen)
Typische Inhaltsbereiche
Kognition (z. B. Intelligenz, Aufmerksamkeit)
Persönlichkeit (z. B. Big Five)
Motivation & Interessen
Umweltbedingungen
Anforderungen an psychologische Fragen
logisch aus Hauptfrage abgeleitet
wissenschaftlich begründet
beantwortbar mit vorhandenen Methoden
methodenneutral formuliert (keine Festlegung auf Test)
Verhaltensgleichung (Westhoff & Kluck)
Verhalten = Funktion mehrerer Einflussfaktoren
U (Umwelt) → Lebensbedingungen
O (Organismus) → körperliche Faktoren
K (Kognition) → Denken, Leistung
E (Emotion) → Gefühle, Belastbarkeit
M (Motivation) → Ziele, Interessen
S (Soziales) → soziale Einflüsse
Wichtiges Prinzip
Ökonomie der Diagnostik
So viele Fragen wie nötig, so wenige wie möglich
Kernaussage
Diagnostik beginnt mit klarer Auftragsprüfung
Systematische Zerlegung in prüfbare psychologische Fragen
Grundlage: wissenschaftliche Modelle + gezielte Auswahl relevanter Faktoren
3.3 Auswahl diagnostischer Instrumente
Ziel
Auswahl von Verfahren zur Beantwortung psychologischer Fragen
Anforderungen
Validität
Reliabilität
ökonomisches Kosten-Nutzen-Verhältnis
3.3.1 Auswahlfragen
Was soll gemessen werden
Ableitung aus der psychologischen Frage
Auswahl eines Verfahrens mit nachgewiesener Validität
Fokus: passendes Konstrukt
Ist das Verfahren für die Person geeignet
Normen vorhanden und aktuell
Akzeptanz in der Zielgruppe
Berücksichtigung individueller Voraussetzungen
Einschränkungen
Testerfahrung
Ist das Verfahren für die Fragestellung geeignet
Bei Prognosen
hohe Kriteriumsvalidität
hohe Retest-Reliabilität
Bei möglicher Verfälschung
Verfahren mit Kontrollmechanismen
Parallelversionen (z. B. bei Leistungstests)
Kontrollskalen (z. B. soziale Erwünschtheit)
Rechtliche Rahmenbedingungen beachten
Kernaussage Auswahl
Passung zwischen
Konstrukt
Person
Fragestellung
3.3.2 Testplanung
Ort der Untersuchung
Vor Ort
hohe Standardisierung
höherer Aufwand
Online / Zuhause
ökonomisch und flexibel
vergleichbare Reliabilität (vor allem Fragebögen)
Anforderungen an Online-Diagnostik
technische Voraussetzungen (Hard-/Software, Internet)
ergonomische Gestaltung
Verständlichkeit
technische Unterstützung
keine Benachteiligung von Personen
Sicherstellung von
Authentizität
Schutz vor Schummeln
Datensicherheit
Einzel- vs. Gruppensetting
Gruppensetting
ökonomisch (zeit- und kostensparend)
Einzelsetting
notwendig bei
komplexen Tests (z. B. Intelligenztests)
Verhaltensbeobachtung
Kombination möglich
Durchführungsformat
Computerbasiert
Vorteile
schnelle Auswertung
weniger Fehler
Nachteile
höhere Anschaffungskosten
Paper-Pencil
Vorteile
günstiger
Nachteile
fehleranfälliger
zeitaufwendig
Alternative
Testing on Demand (Bezahlung pro Nutzung)
Reihenfolge der Verfahren
leistungsintensive Tests am Anfang
Berücksichtigung von
Belastbarkeit
Motivation
Planung von
Pausen
abwechslungsreichem Ablauf
Kernaussage Testplanung
Ziel: standardisierte, faire und effiziente Durchführung
Vermeidung von
Ermüdung
Motivationsverlust
Messfehlern
Gesamt-Kernaussage 3.3
Auswahl und Planung sind entscheidend für Qualität der Diagnostik
Gute Diagnostik
passendes Verfahren
passende Durchführung
3.4 Durchführung und Auswertung
Voraussetzungen
Testbarkeit prüfen
optimale Bedingungen schaffen
ruhige Umgebung
gutes Licht
angenehme Temperatur
keine Störungen
Standardisierung sicherstellen
Aufklärung und Einwilligung (Informed Consent)
Inhalte
Zweck und Ablauf der Untersuchung
eingesetzte Verfahren
beteiligte Personen
Dauer
Weitergabe der Ergebnisse
Schweigepflicht
Freiwilligkeit
Effekte
höhere Fairnesswahrnehmung
geringere Testangst
Durchführung
Klärung offener Fragen
manualgetreue Durchführung
Computerbasierte Testung
Vorteile
effizient und flexibel
präzisere Datenauswertung
zusätzliche Prozessdaten
Zentrale Prozesse
Aktivitätsauswahl
Auswahl passender Items (z. B. adaptiv)
Itempräsentation
Darstellung (Gerät, Online oder Offline)
Evidenzidentifikation
Bewertung einzelner Antworten
Evidenzakkumulation
Zusammenführung zu Gesamtergebnis
Prozessdaten
Beispiele
Bearbeitungszeit
Klickverhalten
Antwortänderungen
Lösungsstrategien
Nutzen
tiefere Einblicke in kognitive Prozesse
Aufdeckung von
Unaufmerksamkeit
Motivation
Ergebnisrückmeldung
Summativ
am Ende
Bewertung der Leistung
Vergleich mit Normgruppe
Formativ
während des Tests
direktes Feedback
Förderung und Entwicklung
Auswertung
nach Testmanual
Einordnung von Rohwerten in Normwerte
Ergebnisse müssen
verständlich sein
nachvollziehbar sein
3.5 Integration der Ergebnisse
Ziel
Zusammenführung aller Ergebnisse zu einer Gesamtbeurteilung
Vorgehen
Nutzung von
Urteilsmodellen
Entscheidungsstrategien
Beantwortung aller psychologischen Fragen
Finaler Schritt
Integration in Antwort auf die globale Fragestellung
Umgang mit Problemen
bei unklaren oder widersprüchlichen Ergebnissen
ggf. weitere Datenerhebung
oder
Widersprüche offenlegen und diskutieren
Gesamt-Kernaussage (3.4 und 3.5)
Durchführung muss
standardisiert
fair
transparent sein
Moderne Diagnostik
nutzt digitale Verfahren und Prozessdaten
Abschluss
strukturierte Integration aller Ergebnisse führt zu fundierter Entscheidung