Please enable JavaScript.
Coggle requires JavaScript to display documents.
Warum vergessen wir? Ursachen und Prozesse des Vergessens - Coggle Diagram
Warum vergessen wir?
Ursachen und Prozesse des Vergessens
Grundidee
Vergessen bedeutet nicht automatisch Verlust
Inhalte können vorhanden, aber nicht zugänglich sein
Scheitern der Encodierung (Nichteinprägung)
Nicht alle sensorischen Inhalte gelangen ins Arbeitsgedächtnis
Begrenzte Aufmerksamkeitskapazität
Ohne Aufmerksamkeit keine stabile Speicherung
Mit zunehmendem Alter
Abnahme der Gedächtnisleistung
Scheitern des Abrufs (Nichtzugänglichkeit)
Inhalt ist gespeichert
Abruf unter bestimmten Bedingungen nicht möglich
Tip-of-the-Tongue-Phänomen
Gefühl des Wissens
Wort nicht abrufbar
Später spontaner Zugriff möglich
Interferenz
Wichtigste Ursache der Nichtzugänglichkeit
Alte und neue Inhalte beeinflussen sich gegenseitig
Zielinformation wird gehemmt
Positiver Transfer
Früheres Wissen erleichtert neues Lernen
Motiviertes Vergessen
Absichtliches oder unbewusstes Blockieren
Verdrängung nach Freud
Schmerzvolle Inhalte werden unzugänglich gemacht
Ins Unbewusste verschoben
Besonders bei belastenden Kindheitserlebnissen diskutiert
Gedächtnispsychologie
Verdrängung eher selten
Nichtauffindbarkeit
Fehlende Abrufhinweise
Encodierkontext ≠ Abrufkontext
Zusammenhang mit Encodierspezifität
Metagedächtnis
Wissen über eigene Gedächtnisfähigkeit
Zerfall der Gedächtnisspuren
Fehlende Erhaltenswiederholung
Explizites Gedächtnis
Erinnerung verblasst mit Zeit
Implizites Gedächtnis
Motorische Fertigkeiten bleiben oft lange erhalten
Gedächtnisverlust und Amnesien
Amnesie
Teilweiser Gedächtnisverlust durch neuronale Schädigung
Ursachen
Schlaganfall
Schädel-Hirn-Trauma
Enzephalitis
Alkoholismus
Neurochirurgische Eingriffe
Retrograde Amnesie
Verlust von Erinnerungen vor dem Ereignis
Rückwärtsgerichtet
Vergangenheit ist betroffen
Anterograde Amnesie
Keine Speicherung neuer Inhalte möglich
Frühere Erinnerungen bleiben erhalten
Vorwärtsgerichtet
Patient H.M.
Operation wegen schwerer Epilepsie
Entfernung medialer Temporallappenstrukturen
Folge
Schwere anterograde Amnesie
Keine neuen bewussten Erinnerungen
Deklaratives Gedächtnis
Stark beeinträchtigt
Episodisch und semantisch betroffen
Implizites Gedächtnis
Intakt
Motorisches Lernen möglich
Ohne bewusste Erinnerung
Arbeitsgedächtnis
Kurzzeitig funktionsfähig
Persönlichkeit, Intelligenz, Sprache
Weitgehend erhalten
Konsolidierungstheorie
(Müller & Pilzecker 1900)
Grundannahme
Gedächtnisspuren benötigen Zeit zur Stabilisierung
Übergang vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis
Erklärung retrograder Amnesie
Kurz zurückliegende Ereignisse noch nicht konsolidiert
Ältere Erinnerungen stabil gespeichert
Verteiltes Lernen
Unterstützt Konsolidierung
Effektiver als massiertes Lernen
Nutzen des Vergessens
Entlastung des Gedächtnisses
Relevante Informationen bleiben erhalten
Unwichtige Informationen werden ausgefiltert
Hyperthymestisches Syndrom
Extrem detailliertes autobiografisches Gedächtnis
Beispiel
„Die Frau, die nicht vergessen konnte“