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Gedächtnissysteme - Coggle Diagram
Gedächtnissysteme
Sensorisches Gedächtnis
Schnittstelle zwischen Wahrnehmung und Gedächtnis
Sehr kurze Speicherungsdauer
Millisekunden bis ca. 2 Sekunden
Existenz meist nicht bewusst
Hohe Speicherkapazität
Viele Inhalte gehen verloren, bevor sie wiedergegeben werden
Aufmerksamkeit entscheidet
Welche Inhalte weiterverarbeitet werden
Welche ins Kurzzeit-/Arbeitsgedächtnis gelangen
Ikonisches Gedächtnis
Teil des sensorischen Gedächtnisses für visuelle Reize
Kurze visuelle Momentaufnahmen
Gespeicherter Inhalt heißt Ikon
Experiment von George Sperling (1960)
Darbietung einer Buchstabentafel (9–12 Buchstaben)
Präsentationsdauer ca. 50 ms
Ganzbericht
Alle Buchstaben nennen
Nur 4–5 korrekt wegen schnellem Verfall
Teilbericht
Ton signalisiert, welche Zeile berichtet werden soll
Diese Zeile fast vollständig korrekt
Ergebnis
Alle Buchstaben kurzzeitig gespeichert
Zerfall nach ca. 300–500 ms
Fazit
Hohe Kapazität
Extrem kurze Dauer
Kein fotografisches Gedächtnis
Fotografisches Gedächtnis = eidetische Vorstellungskraft
Längeres Erinnern an Bilddetails möglich
Nicht identisch mit ikonischem Gedächtnis
Echoisches Gedächtnis
Akustisches Pendant zum ikonischen Gedächtnis
Gespeicherte Inhalte heißen Echos
Speicherdauer
Ca. 2 bis 20 Sekunden
Kurzzeit- / Arbeitsgedächtnis
Modell nach Baddeley & Hitch (1974)
Kurzzeitgedächtnis als kognitiver Arbeitsplatz
Funktionen
Aktivieren vorhandener mentaler Repräsentationen
Abrufen gespeicherter Inhalte
Weiterverarbeitung aktueller Informationen
Speicherkapazität des Kurzzeit- / Arbeitsgedächtnisses
Gedächtnisspanne
Maß für Kapazität des
Kurzzeitgedächtnisses
misst, wie viele Informationseinheiten (Chunks) eine Person unmittelbar und in korrekter Reihenfolge wiedergeben kann
zB. Ziffern merken und nachproduzieren
reines Speichern
Operationsspanne (Turner & Engle, 1989)
Maß für
Arbeitsgedächtniskapazität
misst, wie viel Information wir gleichzeitig speichern und mental bearbeiten können
zB. Aufgabe 1: Rechenaufgabe lösen
Aufgabe 2: Wort merken
Dann: Nach mehreren Durchgängen müssen alle gemerkten Wörter
in der richtigen Reihenfolge wiedergegeben werden
speichern + verarbeiten
Einflussfaktoren
Variiert mit Alter
Zusammenhang mit Intelligenz
Zusammenhang mit Angst
Verbesserung der Speicherung
Rehearsal (Peterson & Peterson)
Aktive Wiederholung
Kurzfristige Encodierung und Speicherung
Chunking (George Miller)
Gruppierung einzelner Elemente
Bildung bedeutungstragender Einheiten
Beispiele
Zahlen als Datum
Rhythmische Muster
Pausen beim Merken
Abruf von Kurzzeit- / Arbeitsgedächtnisinhalten
Sternberg-Gedächtnisparadigma
--> Ja-Nein-Rekognition
Lernen einer kurzen Itemliste
(Zahlen/ Buchstaben)
Danach erscheint Testreiz
(Zahl/ Buchstabe)
Entscheidung, ob der Reiz in der Liste enthalten war oder nicht --> Ja/ Nein
Zentrale Ergebnisse
Reaktionszeit steigt linear mit Itemanzahl
Ja- und Nein-Antworten gleich lang
Schlussfolgerung
Serielles Scannen des Kurzzeitgedächtnisses
Alle Items werden geprüft, auch wenn Ziel schon gefunden wurde
Wenn man wirklich früher stoppen würde,
müssten „Ja“-Antworten im Durchschnitt schneller sein.
Sternberg sucht streng seriell – und hört nicht auf, auch wenn er fündig wird