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Kooperation und Konkurrenz (Vorlesung 9) - Coggle Diagram
Kooperation und Konkurrenz
(Vorlesung 9)
Fünf Strategiern zur
Ressourcensicherung
Aggression
Einschüchterung
Manipulation
Täuschen
Kooperation
Bei Kindern im Alter von 4 - 8 Jahren
Kooperation als effizientes Mittel zur Ressourcensicherung in Spielsituationen
Coersion (zwängen, bedrohen, spucken)
= kurzfristiger Erfolg
Kooperation = langfristiger Erfolg (Kinder realisieren früh, dass sie damit weiterkommen...)
Voraussetzungen für Kooperation (ab 4 Jahren vorhanden)
Erkennen unterschiedlicher Individuen (einige Spezien können das nicht, wie z.B. Ameisen, Fische)
Erinnerung an die gemeinsame Interaktionsgeschichte
Kommunikation seiner Werte, Bedürfnisse, Wünsche
Verstehen Werte, Bedürfnisse, Wünsche anderer
Abschätzen Kosten und Nutzen
Zwei Sichtweisen auf Kooperation
Kooperative Menschen: Kooperation = moralische Stärke
Wettbewerbsorientierte Menschen: Kooperation = Zeichen von Schwäche
Entscheidung: Mit wem kooperiere ich?
-- Menschen die Kooperation als Stärke sehen: eher ja!
-- Menschen die Kooperation als Schwäche sehen: eher nein!
Kooperation ist fragil
Wettbewerbsorientierte Strategie ist im direkten Vergleich stärker
Negatives Menschenbild haben = egoistisch sein
Kooperation ist abhängig von seiner Erwartungshaltung
Talerexperiment (Engel und Kurschlingen, 2011): "egoistische Londoner vs. soziale Bonner"
Hawley's Machiavelli (1999)
Entwicklung aggressiven und prosozialen Verhaltens in der frühen Kindheit
2-jährige Kinder: Aggression als Mittel der Ressourcenkontrolle (kratzen, schreien, schlagen)
3-, 4-jährige Kinder: alternative Strategien (Täuschung, Überredung, Verhandlung)
Coersive Kontrolle vs. prosoziale Kontrolle (vgl. auch Grafik)
Coersiv: Bullies gefürchtet, aber nicht beliebt
Prosozial: Leader beliebt
Bistrategisch: "Machiavelli" --> am erfolgreichsten!
Typisch: keine grosse Kontrolle
Non-Controllers: kein Zugang zu Ressourcenkontrolle
Bistrategische sind am erfolgreichsten:
-- Einsatz aggressiver Strategien wie auch
-- Einsatz prosozialer Strategien
Modell differenziert allerdings nicht zwischen direkter (offensichtlicher) und indirekter (hinterhältig) Formen der Aggression
Wettstein: Wahrscheinlich sind Bistrategische, die sowohl prosozial wie auch indirekt aggressiv sind am erfolgreichsten...
Movie Viewer Studie
Zwei Sichtweisen auf Aggression
Aggression als Defizit:
soziale Situationen können nicht verarbeitet werden, fühlen sich sofort angegriffen, schwache Selbstkontrolle
Effektive Aggression:
kombiniert mit prosozialen Handlungen kann Aggression erfolgreich sein (Ressourcenkontrolle, Ansehen in best. Gruppen)
Aggressionen können effektiv sein, aber auch Beziehungen beeinträchtigen
am erfolgreichsten: mittelmässig aggressiv und stark prosozial
mit zunehmender Aggression nimmt Erfolg wieder ab (vgl. Diagramm auf zweiter Seite)
aggressives Verhalten wird eher toleriert, wenn man beliebt ist...
Social Aggression (indirekt)
diffus, schwierig zu erkennen
Gefahr weniger hoch, dafür bestraft zu werden
oft verbunden mit gutem Ansehen (in der Peer-Gruppe)
Physical Aggression (direkt)
Verletzung sozialer Normen
weniger akzeptabel
Studienergebnisse
sozial beliebt, prosozial, indirekt aggressiv = besserer Zugang zu Spielzeug
physische Aggression verhindert Ressourcenkontrolle
indirekte Aggression erleichtert Ressourcenkontrolle (noch viel mehr, wenn man beliebt ist)
Fazit zur Ressourcenkontrolle (RK)
prosoziales Verhalten hilft immer
RK noch besser bei direkter Aggression (aber nur wenig, nimmt nach kurzer Zeit rasant ab!)
RK noch besser bei indirekter Aggression (v.a. bei sozialer Beliebtheit)
Fazit Movie Viewer Studie für den Schulkontext!
LP sollten sensibilisiert auf indirekt, aggressives Verhalten reagieren
wenn nicht, merkt das Kind, dass es sich so durchsetzen und zeigt dieses Verhalten häufiger
Konsequenzen für die Gestaltung
pädagogischer Settings
soziale Aggression bestrafen, nützt nichts
jedoch lassen sie sich mittels Präsenz stoppen (LP merkt, was abläuft und gibt das dem jeweiligen Kind auch zu merken)
Erziehungsstrategien einsetzen, die prosoziales Verhalten fördern
Aufgabenstellung: Nicht immer einen Wettbewerb veranstalten (keine einzelne Gewinner oder Verlierer)
Klassenkultur: gegenseitiges Helfen
Rückmeldung zu kooperativen Arbeiten (gleiche Benotung für ganze Gruppe)
Modelllernen (gutes Vorbild sein)
Werte von Eltern sind auch entscheidend: Sind sie immer auf Erfolg ihres Kindes aus oder würdigen sie z.B. auf soziales Verhalten?)
Die Rolle sozialer Normen
Kinder verfolgen zwei Ziele: eingebunden sein und Dominanz aufbauen
Normen in der Klasse sind entscheidend
Steuerung der Normen durch LP (Prosoziale sollen "Ton angeben können" und nicht die Egostisch-aggressiven)
Pädagogisch-didaktische Settings
nicht nur Frontalunterricht
kooperative Lernformen sind anspruchsvoller
Kooperationsfördernde und kooperationshemmende Aufgaben
Grundsatzfrage I: Ist die Aufgabe für die Kooperation überhaupt geeignet?
Grundsatzfrage II: Einzelleistung oder Gruppenergebnis entscheidend? (bei Gruppenaufgaben sollte auch die Gruppenleistung bewertet werden)