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kindliche Hörstörungen und Hörprüfungen - Coggle Diagram
kindliche Hörstörungen
und Hörprüfungen
Reaktionsaudiometrie
6-36 Monate
kindliche Verhaltensänderungen bei Präsentation eines akustischen Reizes beobachten
Geeignete Stimuli sind zB Wobbeltöne, Kinderlieder, Alltagsgeräusche die über Lautsprecher/Einsteckhörer dargeboten werden
kann auch unter Verwendung visueller Verstärker erfolgen (VRS=Visual Reinforcement Audiometry)
Spielaudiometrie
ab ca 3
wird nach den Seiten getrennt oder auch über Lautsprecher im freien Schallfeld durchgeführt
Beruht auf Koppelung der Hörtestaufgabe an eine Spielhandlung
Stimuli werden idR Sinustöne verwendet
Objektive
Verfahren
OAE (Messung Otoakustischer Emissionen)
bei Messung werden die äußeren Haarzellen des Innenohrs von außen akustisch stimuliert
durch Stimulation bewegen sie sich sehr schnell, wobei leiser Schall freigesetzt wird
dieser wird retrograd (entgegengesetzt zum üblichen Weg) über die Gehörknöchelchenkette und das Trommelfell in den Gehörgang abgestrahlt, wo er gemessen werden kann
anhand von OAE-Messung kann eine Abschätzung der Hörschwelle erfolgen
BERA ( Brainstem Evoked Response Audiometry)
können anhand des Nachweises eines speziellen Potentialkomplexes mit meist 5 charakteristischen Wellengipfeln genaue Aussagen über Hörschwellenverlauf gemacht werden, auch frequenzspezifisch
bei Säuglingen, Kleinkindern unverzichtbare Grundlage für Hörgeräteanpassung
ermöglicht adäquate Einstellung von Hörgeräten
Objektive Tests sind Untersuchungen, welche auch ohne aktive Mitarbeit des Untersuchten durchführbar sind
Ursachen kindliche
Hörstörung
Schalleitungsschwerhörigkeit
häufigste form, im Schulalter
meist Tubenventilationsstörungen
meist beidseitig
therapeutisch gut beeinflussbar
Schallempfindungsschwerhörigkeit
prälingual betroffen hochgradig 1-2%
in mehr als 50% genetischer Hintergrund
dauerhaft bzw teil auch chronisch
komplexe Störungsbilder bei syndromalen Ursachen
Therapeutisch nicht kausal zu beheben (Hörgerät, CI)
Hören und
Spracherwerb
Geringgradige Schwerhörigkeit
nicht selten ohne sprachliche Folgen
undeutliche Artikulation
vereinzelte Lautbildungsstörungen
phonematische Differenzierungsschwäche
Mittelgradige Schwerhörigkeit
einschränkungen Sprachverständnis
Deutliche Symptomatik auf phonetisch-phonologischer Ebene
Undeutliche Artikulation
Auslassung unbetonter Silben und Endungen
Dysgrammatismus
Semantisch-lexikalische Defizite
Hochgradige Schwerhörigkeit/Hörrestigkeit
fehlende/stark verspätet einsetzende zweite Lallphase
Ausbleiben Lautspracherwerb
Rückentwicklung bereits vorhandener Sprachfähigkeit (bei peri-/postlingualem Eintritt)
Schwere Defizite auf allen linguistischen Ebenen (Aussprache, Lexikon, Grammatik)
Etablierung von Ersatzkommunikationssystemen
Subjektive Hörtests sind Verfahren, bei denen Untersuchte eigene Angaben über Hörwahrnehmung machen
Wichtige Grundsätze
Kinderaudiometrie
Subjektive Hörtests stets an Entwicklungsalter des Kindes anpassen
Wenn immer möglich, subjektive mit objektiven Tests kombinieren
Testergebnisse miteinander in Beziehung setzen und genau prüfen, keine diskrepanten Ergebnisse "stehen lassen"