WS 08: Versuchspläne (4. Stufe)

2 unabhängige Versuchsgruppen

interindividuelles Modell

2 UV Bedingungen (Treatment) + AV

Hypothesentest: Vergleich der Gruppenmittelwerte der AV

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zusätzliche Vorhermessung

inter- und intraindividuelle Messung (mixed desing)

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Vorteile

Kontrolle von bereits vorher bestehenden Gruppenunterschieden (z.B. SV "Aggressionspotential")

Differenz vorher-Nachher = Information über Ausmaß der Veränderung

Nachteile

Kosten (Zeit, Material, für Beobachter und Vpn)

nicht immer möglich

systematische Auswirkung von Vorher Messung auf nachher (Sequenzeffekt)

Versuchspläne mit >2 Gruppen

Einfaktorielle Versuchspläne

2 Ausprägungen (Stufen) bei 1 UV (Faktor)

z.B. Vergleich verschiedener therapeutischer Maßnahmen

Mehrfaktorielle Versuchspläne

mehrere UVn (+ evtl. mehrere Stufen pro UV)

z.B. Wirkung einer Kopfschmerztablette bei Männern und Frauen

Interaktion

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Haupteffekte (z.B. Haupteffekt Geschlecht)

Einfache Haupteffekte (EHE, z.B. Tabletteneinnahme bei Frauen)

Möglichkeit, Wirkung mehrerer UVn zugleich zu untersuchen

z.B. Wirkt Tablette stärker bei Frauen als bei Männern

Differenz der EHE

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2-fach-Interaktion = Unterschied zwischen Unterschieden

3-fach-Interaktion = Unterschied zwischen Interaktionen

Vorsicht: signifikante Interaktion hat Folgen für Interpretation der HE (umgekehrte EHE können zu HE von 0 führen!)

Post hoc: Prüfung der EHE bzw. einfachen Interaktionen

Parallele Versuchsgruppen ("Paare")

Spezialfall für unabhängige Versuchsgruppen

Gruppen bezgl. möglicher SV parallelisiert

z.B. Probandenpaare gleicher Intelligenz --> Aufsplitten in verschiedene Gruppen

Messwiederholungsdesign

Spezialfall für abhängige Messungen

jede Person wird unter allen Bedingungen getestet

Vorteile

ökonomischer (weniger Probanden)

reduziert Einflüsse interindividueller Unterschiede

Parallelisierung/Konstanthalten aller Probandenmerkmale

Nachteile

Sequenzeffekte (SV Bedingungsreihenfolge)

Lerneffekte oder Ermüdung

für Probanden zeitlich aufwändiger (Gefahr selektive Stichprobe)

X-O-Pläne

Schematisierung durch X (Treatment) und O (Observation)

Probleme

hunderte Treatments (=Trials) in X/O-Terminologie schwer schematisierbar

prozedurale Entscheidungen

  1. Anzahl der Faktoren
  1. Anzahl Bedingungen/skombinationen

multifaktoriell

vollständig gekreuzt

hierarchisch / mit Einnistungen

  1. Anzahl von Beobachtungen pro Bedingung/skombination

identisch (balanciert)

verschieden (unbalanciert)

orthogonal

nonorthogonal

  1. Art der Bedingungsvariation für jede AV

interindividuell

intraindividuell (Messwiederholung)

  1. Art der Zuweisung der Probanden

randomisiert --> Experiment

nicht randomisiert --> Quasiexperiment

eingeschränkt randomisiert --> Block-/Paralellgruppendesign

  1. Anzahl der AVn

univariat

multivariat

unifaktoriell

Immer vor den Haupteffekten interpretieren!