WS 06: Apparative Methoden

Biopsychologische Methoden

EEG, MEG

PET, fMRT

Einzelzellableitung, Läsionsstudie

TMS & Co (UV statt AV)

Eye Tracking

bioelektrische Signale

Herzschlag (KG)

Hirnaktivität (EEG)

muskuläre Systeme (z.B. EMG, EOG)

biochemische Signale

Hautleitfähigkeit

Cortisolspiegel

weiter Biosignale

Blutdruck

Atemfrequenz

image

EEG

Allgemeines

Elektrokortikogramm = direkt auf Hirnrinde bei geöffnetem Schädel

Vorgehen

Auflösung

gute zeitliche Auflösung (ms)

AV: 5-100 Mikro-Volt --> Verstärker + Abschirmung nötig

Frequenzbänder (Delte, Theta, Alpha, Beta, Gamma

Fourier-Transformation (Amplitude als Funktion der Freqeuenz)

Elektrochemische Aktivität durch Muskelbewegung

Ereigniskorrelierte Potentiale (EKP, ERP)

bescheidene räumliche Auflösung in cm (wg. elektrisches Summensignal, Hochhaus-Metapher)

ElektroEncephaloGramm

z.B. 10-20 Methode der Platzierung der Elektroden

Signalentstehung

Ionenströme

elektrochemische Aktivität der Neurone

Aufnahme negativer/positver Ionen

Repolarisation --> Ionenströme zur Schädeldecke

Resultat = messbarer elektrischer (extrazellulärer) Stromfluss

Postsynaptische Potentiale

Nomenklatur

Positiv oder negativ (P/N)?

Wievielte Hebung/Senkung? (bzw. nach wievielen ms?)

Wo am stärksten (welche Elektrode)?

Beispiele

P3/P300 (Subjektive Erwartung nicht erfüllt)

N100 (auditorische Stimuli, Vorhersagbarkeit)

N1 (Visuelle Onsets, Offsets, Veränderungen)

ERN (Error-related negativity, "oh shit" response)

Algorithmen zur Quellenlokalisation des Signals (Hochhaus!)

MEG

magnetische Aktivität des Gehirns

Zsh.: elektrische Ströme erzeugen (winzige) Magnetfelder

ca. 300 Sensoren

super teuer (400l Helium/Monat!)

sehr gute zeitliche Auflösung (wie EEG)

bessere räumliche Auflösung (Lokalisation) als EEG

Messung von Stromflüssen tangential zur Cortex-Oberfläche --> Kombi mit EEG gut für räumliche Auflösung funktionaler Prozesse

PET

Funktionsweise

Moleküle werden mit radioaktivem Element markiert

markierte Moleküle verteilen sich in spezifischen Areal

Positron wird vom markierten Molekül abgegeben

kollidiert mit freiem Elektron

Energie-Materietransformation

Gamma Strahlung wird im Winkel von 180 Grad abgegeben

Invasive Methode

Vorteil: Messung des "Verbrauchs" bestimmter psychologisch interessanter Moleküle (+ Rezeptorverteilung)

fMRT

funktionelle Magnet-Resonanz-Tomographie

Verfahren

  1. Wasserstoffatome haben Dipol-Charakter mit zufälligem Spin im Raum
  1. starkes Magnetfeld --> richtet Spins entlang Achse aus (Präzession + Larmor Frequenz)
  1. radiofrequenter Puls (RF-Puls, rechter Winkel zu Magnetfeld) beeinflusst Spinaktivität (phasengleiches rotieren)
  1. Ende RF-Puls: Atome kippen zurück (T1) und rotieren wieder individuell (T2)

Signal

Geschwindigkeit T2-Prozess liefert Info über Sauerstoffgehalt des Blutes --> Signal

gepulste Kernresonanz

T1-Relaxation

Rückkehr der Protonenspins in vertikale Ausgangslage

Wiederaufbau Längsmagnetisierung (63%)

T2-Relaxation

spin spin-Relaxation / transversale Relaxation

longitudinale Relaxation

verlorene Synchronizität der Präzession (dephasing)

messbar: Reduktion der transversalen Magnetisierung

Blut & Eigenschaften

oxygeniertes Blut = diamagnetisch

desoxygeniertes Blut = paramagnetisch (5 sec später als Hirnaktivität)

Unterschied sichtbar in T2 (Bildkontrast, z.B. 2 Versuchsbedingungen)

Blood Oxygen Level Dependent (BOLD)-Response

Signal summiert sich --> Regression

Auswertung

Statistical Parametric Mapping (SPM)

lineares Modell (Regression)

Anpassung BOLD an gemessene Daten

Schätzung Modellparameter

Voxel t-Tests

Erstellen von z-Maps

Einzelzellableitung

Methode maximal genau

2 Reize: 1 löst Neuron aus (effektiv) anderer nicht (ineffektiv)

Aufmerksamkeit auf einen der beiden

Aktivitätsmessung in V4 und IT

Ergebnis: Aufmerksamkeit auf ineffektiv verringert Feuerrate bzgl. effektivem Reiz

Fazit: räumliche Aufmerksamkeitsausrichtung moduliert Neuronenaktivität in V4 und IT (Versuch an Affen)

Läsionsstudie

Neglect-Patienten

Läsion rechter inferiorer PPC

intakte Sehkraft ABER können Aufmerksamkeit nicht auf linke Seite lenken

z.B. Durchstreichaufgabe, durch spatial cuing teilweise kompensierbar

PPC wichtig für kontralaterale Aufmerksamkeitsausrichtung (WAS, WO, WIE)

Problem: Läsionen oft sehr unspezifisch (keine selektive Betroffenheit)

Transcranielle Magnetstimulation

Applikation kurzer starker Magnetpuls --> induziert elektrischen Stromfluss

je nach Frequenz Exzitation oder Inhibition

Single pulse TMS: motorisch evozierte Potentiale (Erregung)

rTMS: Habituation von Neuronen (virtuelle Läsion)

man kann Zeigefinger zum Zucken bringen

Aufmerksamkeit & Blickbewegung

Grundlagen

Anwendungsfelder

coverte - overte Aufmerksamkeit

passive - active vision

Aufmerksamkeit als selektion

Dominanz passive-Ansatz in visueller Aufmerksamkeitsforschung

Fixation & Sakkaden

konjugierte Augenbewegungen

Konvergenzbewegungen

siehe Folie 57 für Einteilung

Methodische Probleme

z.B. Leseforschung

Messung (Genauigkeit, Kalibrierung)

Identifikation (Definition elementarer Analyseeinheiten)

Integration (Bestimmung sinnvoller Datenanalyse-Strategien)

meist Pupillenposition gemessen

gute Tracker können Sakkaden (nur 20-40 ms) und Fixationen unterscheiden

mobile: räumlich genau, zeitlich nicht so gut

Aufmerksamkeitsforschung, Entscheidungsforschung

Parameter siehe Folie 70/71

Interpretation (Blickbewegung & Kognition)

Blickbewegung = Ort + dynamische Abfolge?

Fixationsdauer = mentaler Arbeitungsaufwand?

methodisch-theoretische Annahmen

immediacy assumption

eye-mind-assumption

Problem: mislocated fixations und coverte Aufmerksamkeit

Problem. innerhalb eines funktionalen Felds selektiv und/oder Parallele Verarbeitung

Beispiel 1: Parafoveale Vorverarbeitung

Beispiel 2: Spillover-Effekte

Visuelle Wahrnehmung

gleichzeitige Aufnahme detailliert + globaler visueller Info (bottom up)

frühzeitige Mitbestimmung durch kognitive Prozesse (top down)

verschiedene Steuerungsniveaus

relfexiv-automatisch

automatisierte Routinen, erlernte visuelle Strategien

kognitive ("willentliche") Steuerung

am besten verstandenes motorisches System

Blick als Eingabeinstrument

soziale Aspekte der Blicksteuerung