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Iris Marion Young: „Justice and the Politics of Difference“: Five Faces…
- Iris Marion Young: „Justice and the Politics of Difference“: Five Faces of Oppression
Gerechtigkeit
Zielsetzung: Rekonfiguration der theoretischen Diskussion über Gerechtigkeit durch grundlegende „Kritik des distributiven Paradigmas“ (R. Forst)
methodische Prämisse: wer über Gerechtigkeit nachdenken will, sollte diejenigen fragen, die sich ungerecht behandelt fühlen und durch ihr politisches Handeln für mehr Gerechtigkeit in der Gesellschaft streiten
Begriff:
Gerechtigkeitsbegriff muss mehr erfassen als die Verteilung von Gütern => „enabling conception of justice: justice should refer ... also to the institutional conditions necessary for the development and exercise of individual capacities and collective communication and cooperation”
⇒ entscheidend: nicht nur Blick auf Verteilungsprinzipien und Rechtsgrundsätze, sondern auf die strukturellen Bedingungen(!!), unter denen die Prinzipien und Grundsätze wirksam werden
Ungerechtigkeit: spiegelbildliche Erweiterung des Begriffs: disabling constraints => Herrschaft (domination) und Unterdrückung (oppression) als die zwei prägenden Erfahrungen von Ungerechtigkeit
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Herrschaft (domination)
! = Phänomene, die Personen davon abhalten, über ihre Handlungen oder die Bedingungen, unter denen gehandelt wird, mitzubestimmen (suffering the inhibition of their ability of self-determination)
! entsprechend dem Begriff der Unterdrückung erfasst der Begriff der Herrschaft insbesondere auch strukturelle und systemische Phänomene, die gruppenbezogen auf das Leben der Einzelpersonen wirken
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Kritik
! naheliegende Moralisierung des Unterdrückungsbegriffs steht in einem Missverhältnis zu seiner Ausweitung auf strukturelle Phänomene: eigentlich setzt die Erweiterung einen vorwurffreien Begriff der Unterdrückung voraus, was aber als contradictio in adiecto erscheint
! gesellschaftliche Mehrheit wird gesellschaftstheoretisch unter einen konstanten Rechtfertigungsdruck gestellt
! unvermeidbare Tendenz des gruppenbezogenen Denkens zur kritiklosen Akzeptanz und Überbetonung von (zugeschriebenen) Gruppenmerkmalen und zur Vernachlässigung unterdrückender Mechanismen innerhalb einer Gruppe
Hintergrund
soziale Ungleichheit: recognition of social groups was essential to redressing structural inequalities and injustice
because social rules, laws, and institutional routines constraining certain people constrain them as a group,
because our awareness of injustice almost universally compares classes of people rather than individuals directly
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post-liberal "politics of difference" = equal treatment of individuals does not override the redress of group-based oppression.
vs. contemporary liberal political philosophers like Rawls und Dworkin, die verschmelzen moralische Gleichwertigkeit mit Verfahrensregeln, die alle gleich behandeln