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Pädagogik und Gesellschaft - Coggle Diagram
Pädagogik und Gesellschaft
Vorbemerkung
gesellschaftliche Ausgangslage ein Ergebnis der letzten 200 Jahre andauernden Prozesses der Umwandlung der mittelalterlich-aristokratischen Gesellschaft in eine bürgerlich-neuzeitliche Gesellschaft
Pädagogik hat die Verantwortung gegenüber dem Heranwachsenden und der Gesellschaft
es kommt vor, dass die Anforderungen der gesellschaft dominieren und man dem Heranwachsenden nicht mehr gerecht werden kann
wenn dies der Fall ist, ist sie nur noch affirmativ und eine Spielart des Utilitarismus (welcher von den Klassikern der Pädagogik abgelehnt wird)
Utilitarismus heute weit verbreitete Grundhaltung ökonomisch denkender Menschen
Der Begriff der Gesellschaft
Gesellschaft = sich gesellen (verb) sowie die Verbindung und Gemeinschaft der in ihr zusammengefassten Menschen
dieser Aspekt ist neu und entspricht nicht der ursprünglichen Bedeutung des Wortes
der übliche Begriff "pluralistische Gesellschaft" als Gesamtbegriff ist hier ein Widerspruch, den die unerschiedlichen Gruppen definieren sich insgesamt nicht als Gemeinschaft.
heute am meisten verwendete
Gesellschaftsbegriff
= Gesamtheit der Menschen, die innerhalb eines Landes miteinander und nebeneinander her leben
ideal
, da hier schichtenspezifische, nationale und ethische Unterschiede zweitrangig sind
jeder kann sich nur selbst gesellen - niemand kann gesellt werden (Herbart) - aktiver Vorgang
Bürgerliche Gesellschaft
These
: Bürgertum sitzt an allen Schalthebeln der Macht
Zuvor Adelsregierung am Schalthebel
geburtsständig organisiert
Ständegesellschaft (1. Stand Adel) in hierarchischer Organisation
Stand: Klerus hatte gewisse Sonderstellungen
die bürgerliche Gesellschaft ist die Ablösung der Adelsherrschaft durch bürgerliche Herrschaft in allen politischen Bereichen
Werte des Adels daher durch die bürgerlichen Werte, Haltungen und Prioritätensetzungen ersetzt worden
für die Bezeichnung ist also entscheidend
WER
in der Gesellschaft die
MACHT
hat
an die Stelle der Geburtspriviligien trat nun das Leistungsprinzip
geschichtliche Dynamik der bürgerlichen Gesellschaft
das Bürgertum bestimmt mit seinen spez. Werten, Denk- und Handlungsweisen den Charakter des gesell. Lebens
verschwinden der Staatsgrenzen = zunehmende Undurchschaubarkeit der Strukturen
Aufklärung im Sinne von Rückbesinnung auf die ursprünglichen Standesgruppen = Perspektive des Fortschritts
Handwerker
= technischer Fortschritt
Kaufleute
= ökonomischer Fortschritt
Wissenschaftler
= wissenschaftlicher Fortschritt
Fortschrittsinteressen sind urspünglich unabhängig voneinander können aber zur Bündelung der Kräfte führen
gesellschaftlicher Fortschritt aber kein humaner Fortschritt!
, da der Fortschritt keineswegs zur Sittlichkeit beigetragen hat
Spannungsverhältnis von Pädagogik und Gesellschaft
bürgerliche Gesellschaft nicht synonym mit dem Begriff "kapitalistischer Gesellschaft"
Kapitalismus
: absolute Herrschaft des Kapitals (laut Marx nur materialistisch)
Bürgerliche Gesellschaft
: dominanter Herrschaftsanspruchs der Kapitalinteressen
Spannungsverhältnis von Bildungsanspruch
Freiheitsradition
<-- Impulse durch die Klassiker der Pädagogik
bürgerliche Pädagogik ist nicht revolutionär, soll aber auch nicht stromlinienförmig angepasst sein
Kritische Pädagogik notwendig, die zwischen affirmativ und nicht-affirmativ unterscheidet
Lehrer nur dann ein Pädagoge, wenn er die gesellschaftlichen Widersprüche durchschaut und sich ganz in den Dienst der Bildung stellt.
Affirmation
lat. affimare = bekräftigen, behaupten
politische gesellschaftliche Affirmation
Heranwachsenden an gesellschaftlich vorgegebene Standards anpassen
pädagogische Affirmation
Beziehungsstruktur zwischen Erzieher und seinem Zögling, wenn der Zögling Objekt erzieherischer Umgangsweise ist und nicht mitbestimmen kann und darf
eine nicht-affirmative Pädagogik
= Heranwachsenden zur eigenen Einsicht zu führen, damit er selbst gut urteilen kann