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heutige Medienlandschaft / Wandel Medieninhalte ? (Verbindung Makro – Meso…
heutige Medienlandschaft / Wandel Medieninhalte ?
Allgemeine Mediennutzung heute – einige Zahlen
1975 noch ca. 50 Minuten pro Tag für das Lesen von Printmedientiteln, 2016 nur noch 27 Minuten pro Tag (Zahlen dt. Schweiz).
Radionutzung leicht, aber stetig sinkend, während die Fernsehnutzung etwas stabiler bleibt, in den letzten Jahren aber auch tendenziell sinkt. Medien für die älteren Bevölkerungsgruppen (ab 45 Jahren). Die jüngeren Altersgruppen nutzen Rundfunk deutlich weniger. Bei diesen Gruppen sinkt die Nutzung deutlich rascher.
Internetnutzung: Nutzten im Jahr 2000 nur 20% der Bevölkerung digitale Angebote über das Internet mehrmals in der Woche, waren dies 2018 bereits 85,7%. Die Gruppe 14-19 jährigen ist hier mit über 99% Nutzung an der Spitze. Weiter angetrieben wird dieser Trend durch den steigenden Konsum von Medieninhalten über mobile Geräte wie Smartphones und Tablets und über die wachsende Bedeutung von Social Media.
Auswirkungen auf das Angebot im Medienbereich: 2007 erschienen noch 2950 Printmedientitel, 2015 nur noch 2127. Im Rundfunkbereich stieg das Gesamtangebot der SRG bis Ende der 2000er Jahre an, ging in den letzten Jahren (vor allem im Radiobereich) aber zurück
Nutzung von Informationsmedien in der Schweiz 2018 (Hauptquelle:
1 Newssites, 2 Fernsehen, 3 Presse, 4 SM, 5 Radio
SM vor allem bei ganz jungen (18-24) Hauptnutzungswuelle
Medienkonzentration CH
Presse DCH: Tamedia, Ringier, NZZ-Mediengruppe
Presse: Suisse Romande: Tamedia, Ringier, Suisses Holding
Online Suisse romande: Tamedia, SRG SSR, Swisscom
Online DCH: Tamedia, Ringier, SRG SSR
Werbeeinnahmen: Presse / Onlineangebote Presse
Die Darstellung zeigt die Entwicklung (2006–2014) der Verkaufs- und Bruttowerbeerlöse für die Gattung Presse sowie die Bruttowerbeerlöse für die Gattung Online in Mio. Franken. Für Online sind keine Angaben zu Verkaufserlösen erhältlich
Werbeeinnahmen: Alle Gattungen
Die Darstellung belegt die Entwicklung der Werbeeinnahmen für die Presse, das Radio und das Fernsehen im Vergleich zu den gesamten Onlinewerbeerträgen in der Schweiz
Geldabfluss: Tech-Intermediäre
Von den gesamten Online-Werbeeinnahmen von 2,1 Milliarden Franken gehen 1,4 Milliarden zu Google und nur 265 Millionen Franken stammen aus Displaywerbung
Online am höchsten im Vergleich zu anderen Trägern
Presse früher am meisten Erträge, Abwanderung
Zwischenfazit zum Wandel von Medienstrukturen
Entbettung/Differenzierung / Trend zu ökonomischen Anbietern
Kommerzialisierung
Wachsende Medienkonzentration
Wachsendes Angebot von Boulevardtiteln (inkl. Gratis- resp. Pendlerzeitungen), auch im Fernseh-Bereich
Nutzungsabnahme, Abnahme der Auflage bei den klassischen Mediengattungen Presse (vor allem Abozeitungen), TV und Radio seit den 1990er Jahren
Starkes Aufkommen von Onlinemedien
Angeschlagenes Geschäftsmodell der (Kauf-)Tageszeitungen (auch vieler Qualitätstitel)
Geldabfluss zu Tech-Giganten (Google, Facebook etc.)
Folgen der medienstrukturellen Entwicklungen
Die Qualität der Medieninhalte ist abhängig von strukturellen Bedingungen, sowohl auf der Ebene der einzelnen Medienorganisationen und - redaktionen als auch auf der Ebene des gesamten Mediensystems (Puppis/Jarren/Künzler 2013, S. 18ff.).
In dem Masse, wie Medienanbieter und -redaktionen kommerziellen Zwängen unterworfen sind und sich mit ihren Angeboten primär an Medienkonsumenten statt an Staatsbürgern orientieren, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Medieninhalte stärker durch (kommerzielle) «Medienlogiken» geprägt sind
Wandel der Medienstrukturen = Wandel der Medieninhalte?
Einbezug der verschiedenen Ebenen
Makro(z.B.Medienstrukturen,Rollevonpol.Systemenetc.)
Meso (z.B. Redaktionsstrukturen)
Mikro (z.B. Selbstbilder von Journalisten; Medieninhalte)
Generell: Forschungsdefizit, da nicht immer systematisch die verschiedenen Ebenen verbunden werden
Hypothesen: Veränderung der massenmedialen Öffentlichkeit
Die Ökonomisierung besonders der Presse und die Deregulierung des Rundfunks führen nicht per se zu höheren Resonanzchancen für Akteure im Sinne eines „Marktplatzes der Ideen“. Bezüglich der Definitionsmacht in der öffentlichen Kommunikation ist zu erwarten, dass sich das Akteursensemble verändert.
Wachsende Fähigkeit der Medien, öffentliche Meinung zu beeinflussen, und wachsende Resonanzchancen für diejenigen Akteure, die sich den Medienlogiken anpassen
Wachsender Kontrolldruck, mehr Enthüllungen und Skandalisierungen
Wachsender Druck auf politische Akteure, sich zu inszenieren
Hypothesen: Veränderung der massenmedialen Öffentlichkeit
Die Ökonomisierung der Medien führt zu einer „Polarisierung zwischen Prestige- und Massenmedien“ (Curran 2000: 128). Je höher die Dominanz von Boulevardtiteln und –formaten ist, desto eher unterliegt die öffentliche politische Kommunikation Medialisierungseffekten.
(etablierte) politische Akteure vermehrt gezwungen, sich an die Medienlogiken anzupassen
Wachsende Privatisierung/Homestories in den Medien
Wachsender Druck auf politische Akteure, sich als Personen zu inszenieren
Verbindung Makro – Meso – Mikro
Makro: Deregulierung und wachsendes Medienangebot bei sinkenden Reichweiten; generell unsicheres Marktumfeld
Meso: Ökonomisierung, Rationalisierung und Publikumsorientierung
Auflösen von Ressorts ( news desk); Gewinn von politikfernen Themen
Outsourcing, Zunahme freie Mitarbeiter, Verstärkter Rückgriff auf externe Quellen
Beobachtung der Konkurrenzprodukte, publizistische Kampagnen, steigende Selbstvermarktung
Mehrfachverwertungen (Cross Media)
Mikro: Journalistisches Handeln: Zeitdruck, Rollenvorstellungen
Medien-Selbstbezüglichkeit als vergleichsweise einfache und kostensparende Themensuche und Themenwahl
Medien-Selbstbezüglichkeit (bzgl. eigenem Medium) zur Selbstvermarktung
Zwischenfazit: Neue Aufmerksamkeitsstrukturen der Medien
Orientierung an Auflagezahlen / Einschaltquoten und Werbeeinnahmen („Media cover what sells“ oder besser: „Media cover what they think sells best“)
Folge: veränderte Publikumsadressierung durch die Medien --> Konsument statt Staatsbürger & Laienorientierung statt Elitenorientierung
Wettbewerb um das knappe Gut Aufmerksamkeit, das möglichst exklusiv und nachhaltig gebunden werden muss (Primeurs)
gesteigerter Aktualitätsdruck
Medienkonzentration:
More of the same, Homogenisierung (empirisch zu zeigen)
Grosse Player haben Wettbewerbsvorteile (z. B. durch Cross Marketing)