Päda VL 8: Gruppenunterschiede 1

PISA

Schwerpunkte: Lesekompetenz (2018), Mathematik, Naturwissenschaften

Ziele: Steuerungswissen gewinnen (um Bildungspolitik anzupassen, Strategien), internationaler Vergleich, gleiche Bildungschancen gewährleisten

Teilnehmende: OECD-Staaten + Partnerstaaten (insg. 72Staaten); Insgesamt: > 500.000 per Zufall ausgewählte
Jugendliche, Deutschland: 256 Schulen mit 10.500 15-jährigen Jugendlichen, alle 3 Jahre

Wichtig: Zugang zur Ressource "Bildung" als: 1. moralisches Argument: Chancengleichheit, 2. wirtschaftliches Argument: optimale Nutzung vorhandener Ressourcen (vgl. z. B. Fachkräftemangel)

Bildungstrichter

Länder, die am besten abschnitten, hatten die unglücklichsten Schüler

PISA-Schock 2000: D sign. unter OECD-Durchschnitt, verbessert sich sign. in allen 3 Kompetenzen bis 2015, Abschaffung der Hauptschule -> 2-gliedriges Schulsystem

Modell Finnland: vergleichsweise geringe soziale Unterschiede in der Bevölkerung; ungegliedertes Schulsystem, <20 Schülern, ohe Qualität der Lehre, hervorragende materielle Ausstattung der Schulen....

Kritik: Learning for the test (PISA-Test auf Transferaufgaben ausgelegt), Curriculare Validität, Interkulturelle Vergleichbarkeit (Übersetzung, Vertrautheit der Aufgaben, Motivation der Teilnehmer durch zB am PC)

Andere Tests

TIMSS: Trends in International Mathematics and Sience Study: Mathematik- und Naturwissenschaftsleistungen in Grundschule, Sekundarstufe I + II (seit 1995)

IGLU: Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung: Leseverständnis von Viertklässlern international vergleichend getestet (seit 2001); Deutsche Kinder in der 4.Klasse gut im internationalen Vergleich Fazit: Kinder werden nach der 4. Klasse schlechter, Grund evtl: 3-gliedriges Schulsystem, schlechte Förderung --> Konsequenz aus PISA: Abschaffung der Hauptschule

SÖS

Messung: Gehalt, Bildungsstand, Berufsprestige (da Verdienst nicht unbedingt was über Prestige aussagt, z.B. Hafenarbeiter verdienen gut, haben schlechteres Ansehen); PISA: Index of economic, social, and cultural status (ESCS) und International Socio-Economic Index of Occupational Status (ISEI)

wichtig, da Indikator für soziale Ungleichheit / Bildungschancen (schlecht asugebildete Eltern haben schlecht ausgebildete Kinder); menschliche Potentiale (human resources) einer Generation werden nicht optimal genutzt; Sicherung von distributiver Gerechtigkeit

Resourcenmodell (Bourdieu)

3 Typen: 1. sozial (Netzwerke), 2. ökonomisch (Geld), 3. kulturell (Bildung, Werthaltungen, Einstellungen)

niedriger SÖS geht mit niedrigen Ressourcen in allen 3 Bereichen einher

in allen OECD-Ländern gibt es Zusammenhang zwischen SÖS und Leistung (geringste Kopplung: Finnland, Japan, Korea, Kanada); Deutschland: extreme soziale Selektion bei Gymnasialbeteiligung: oberen Dienstklasse vs. Facharbeiterfamilie 4.2 : 1 bzw 2.7 : 1; Empfehlung der OECD: Gemeinsames Lernen bis mindestens zur 6. Klasse und wei- oder eingliedriges Schulsystem; IGLU-Studie 2006: Note 2: 70 % Gymnasialempfehlung in unteren sozialen Schichten vs. 97 % in der höchsten Schicht

von 100 Kindern von Nicht-Akademikern studieren 27

von 100 Kindern von Akademikern studieren 79

Gründe für Einfluss von SÖS

Niedriger SÖS = weniger Zugang zu Ressourcen (weniger Tutoring, Sommercamps, ou of school-Unterricht), weniger Computer, Bücher, mehr Stressoren

Kindliche Umgebung

Geschlecht

HOME emotionale + verbale Responsivität der Mutter, Vermeidung von Einschränkung + Bestrafung, Organisation + Struktur der physischen + zeitlichen Umgebung, mütterliches Interesse / Beteiligung am Kind, Bereitstellung von angemessenem Spielzeug, Möglichkeiten zur Abwechslung in der täglichen Stimulation

praktische Intelligenz; Fertigkeiten, wann was wie zu tun ist, metakognitive Fähigkeiten für Erfolg, implizites Wissen, wie man bestimmte Sachen macht (z. B. Lehrer ansprechen, Hausaufgaben abgeben etc.)

Motivation und Selbstregulation: Eltern vermitteln Interesse + Anreiz von Bildung, fördern die Selbstregulation hin zu Schulerfolg

Erziehungsstil: autoritativer Erziehungsstil sagt bessere kognitive Entwicklung und Schulleistung vorher (Wärme/Zuneigung + Lenkung), in niedrigen sozialen Schichten seltener

keine Unterschiede in allgemeiner Intelligenz u. kognitiven Fähigkeiten

Verbale Fähigkeiten: Mädchen etwas besser; Visuell-räumliche Fähigkeiten: Jungen etwas besser; Generell: Unterschiede gering aber konsistent

Variabilität: Fähigkeiten von Jungen variabler (in mathematischen Aufgaben, visuell-räumlichen Aufgaben und IQ) -> gestreuter, weniger im Durchschnitt und mehr an den Stitzen (+ und -)

PISA-2015: Leistungsdisparitäten: Naturwissenschaften + Mathe: Jungen sign. besser; Lesen: Leistungsunterschiede Mädchen vs. Jungen deutlich zurückgegangen (Mädchen: Schlechtere Einstellung zum Lösen von Aufgaben, weniger Vertrauen in eigene Fähigkeiten, weniger Motivation zum Mathematiklernen, Angst vor Mathematik häufiger)