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ARBEITSMETHODEN DER GEOGRAPHIE Befragung (Erstellung von Fragebögen #…
ARBEITSMETHODEN DER GEOGRAPHIE
Befragung
Allgemeines
B als "Königsweg" der empirischen Sozialforschung, sowohl qualitativ als auch quantitativ
B ist Standardinstrument der emp. Soz.F. zur Ermittlung von Fakten, Wissen, Einstellungen, Bewertungen
Methoden: mündl vs schriftlich, wichtigster Unterschied ist die Erhebungssituation
mdl: Interviewer muss Begleitumstände d. B. so gut wie möglich standardisieren; Ablauf nie exakt vorhersehbar
schrift.: anonymer, standardisiert durch Fragebögen
Gütekriterien:
Objektivität: Messergebnis unabh. von Forscher
Reliabilität: gleiches Ergebnis bei wdh. Messung
Validität: gemessen, was gemessen werden soll
Qualitativ mündliche Befragung: Interview
Formen:
standardisiert
(Wortlaut und Abfolge der Fragen vorgegeben)
halbstandardisiert (Interview Leitfaden)
nicht-standardisiert (unstrukturiert, qualitativ)
Interviews unterscheiden sich durch Autoritätsanspruch: (weich - neutral - hart), Anzahl der Befragten, Art des Kontakts, des Interviewers, der Funktion (ermittelnd- vermittelnd)
Aufbau eines Interviews:
Makroplanung
Gliederung
Mikroplanung
Inhalte/Vorgehensweise
sollte motivierend sein, Interesse wecken und durch Filterfragen gesteuert werden
Innere Merkmale
Der Interviewer:
anpassungsfähig, gute Allgemeinbildung, Kontrolle des eigenen VH, psychisch belastbar. Um Intervieweffekte (Verfälschung der Untersuchungsergebnisse) zu vermeiden, sollten möglichst geschulte Interviewer eingesetzt werden
Der Befragte:
kann verweigern, Fragen ablehnen, Antwrten verfälschen (Hawthorne-Effekt)
Vier Phasen der Beantwortung:
1: Interpretation (der Frage)
2: Erinnern
3: Urteilsbildung
4: Antwortformulierung
äußere Merkmale
Durchführung am besten in vertrauter Umgebung, gute Gesprächsatmosphäre schaffen
Antworten in geeigneter Form festhalten
Fragen gegen Ende allgemeiner halten
Vorteile: nimmt nicht nur beobachtbare Items auf, sondern auch komplexere Hintergründe, Meinungen und Ziele
Nachteile: Interviews sind nur kommuniziertes Abbild, erfasst keine Gedanken oder Bewusstseinszustände
quantitative Befragung mit Interview
Quantitative schriftliche Befragung
Grundlage für die Überprüfung zuvor aufgestellter Hypothesen
weitgehende Kontrolle der Erhebungssituation
Fragetypen
nach Informationsgehalt:
Einstellugnsfragen
Überzeugungsfragen
Faktfragen
Wissensfragen
Handlungs-/Verhaltensfragen
nach strukturellem Aufbau
geschlossene Fragen:
+schnelle Auswertung
+fixe Antwortkategorien
+Anbindung der Frage an zuvor aufgestellte Hypothese
-Antwortkategorien evtl. nicht trennscharf, evtl. fehlende Kategorien
deshalb oft Antworten mit Rangskala /Häufigkeit, Zustimmung, Wahrscheinlichkeit
offene Fragen:
+eigene Worte
+keine vorinterpretierten Alternativen
-abh. von Sprachkompetenz
-im Nachhinein müssen Antwortskalen gebildet werden
Hybridfragen (Mischform)
Erstellung von Fragebögen
#
Verzicht auf Fremdwörter
keine Suggestivfragen
Fragen klar auf einen Sachverhalt beziehen
nicht überfördern
doppelte Negationen vermeiden
sprachliche einfach, konkret
Einleitung:
1. Vorstellungs- und EInleitungstext
Fragen zur Einleitung (Eisbrecherfragen)
Hautptteil:
- Anordnung zu thematischen Blöcken
Rücksichtnahme auf mögl. Halo-Effekte, gute Überleitungs- und Filterfragen und Fragezusammenhänge
Ende:
Fragen persönlicher Natur und Abschlussformel
Länge und Dauer:
abhängig von Befragungssituation und Thema
Design und Layout:
Soll Professionalität und Seriösität vermitteln
Pretest
nach Erstellung des Fragebogens:
Testlauf, um Design, Zeit, Verständlichkeit, Fitlerfragen etc zu überprüfen
VORTEILE:
ehrlichere Beantwortung
wenig Personalaufwand, zeitsparend
keine Interviewereffekte
NACHTEILE:
kein Interviewer für Nachfragen
nicht kontrollierbare Befragungssituation
geringe Rücklaufquote
Methoden der Befragung
1. postalische Befragung
+wenig Personalaufwand
+kostengünstig
-geringe Rücklaufquote
-setzt volles Verständnis voraus
2. Delphi-Methode
Fragebogen um anstehende Problematiken/Trends abzuschätzen ("Orakel von Delphi")
Fragebogen wird Expertenrunden vorgelegt zur Einschätzung und Überarbeitung, dann Neuanfertigung auf Basis der Resultate -> mehrstufiges Verfahren
3. Telefoninterview
+spezielle Stichprobenverfahren (RRD)
+räuml. unbeschränkt
+computergestützte Auswertung
-keine Beobachtung
-"nur" Haushaltsstichproben
4. Online
+automatische Benutzerführung
+verhindert ungültige Daten
+Daten vereits digitalisiert
-geringe Rücklaufquoten
5. Face-to-face
+hoher Rücklauf
+Kontrolle über Gesprächsablauf
-evtl. nur sozial erwünschte Gesprächspartner