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Ringvorlesung: Kinder als kompetente Akteure (Agency) - Kinderrechte,…
Ringvorlesung: Kinder als kompetente Akteure (Agency) - Kinderrechte, Partizipation und
Kinderpolitik
UN-Kinderrechtskonvention
„Protection“ – „provision“ – „partcipation“
Protection
(Schutz): vor Diskriminierung, der eigenen Identität, der Intimsphäre, von Minderheiten, vor sexuellem Missbrauch, vor Drogen, vor Ausbeutung, in bewaffneten Konflikten uvm.
Provision
(Förderung): Recht auf Leben und Entwicklung, Familienzusammenführung, Information, Gesundheit, kulturelle Entfaltung, Ruhe, Freizeit und Spiel
Participation
(Beteiligung): Recht auf eigene Meinung, Gehör, Informationsbeschaffung, Nutzung kindgerechter Medien)
Art. 13, 1 – Meinungs- und Informationsfreiheit
Art. 12 UN-Konvention – Recht auf Meinungsäußerung
wichtig für Partizipation/Kinder als RechtsSUBJEKTE (siehe Diskussion)
Art. 17 – Zugang zu Medien
Art. 27 – Recht auf körperliche, seelische, geistige, soziale
Entwicklung
Art. 28 – Recht auf Bildung
Kinder- und Jugendhilfegesetz
Nicht Eingriffs-, sondern Leistungsorientierung
Jugendhilfe = Interessensvertretung der Kinder, an der sie beteiligt sein sollen (und ihre Wünsche und Einstellungen)
§1 KJHG – Hineinwirken in andere Politikfelder (Grundnorm)
§8 KJHG – Beteiligung von Kindern (Grundnorm)
„kindheitstheoretische Rechtsauslegung“
Gesetz, um Rechte der
Kinder & deren Beteiligung an kinder- und jugendpolitischen Entscheidungen konkret
zu manifestieren
Kinderpolitik
(konkret rechts)
Kinderpolitik als Auffassung, Kinder als
Gesellschaftsmitglieder mit eigenen Rechten von Geburt an (Menschenrechte und
Bürgerrechte) anzuerkennen
Problem: Manifestation von Ungleichheit durch Sozialleistungen: ärmere Kinder (14%) haben schlechtere Bildungschancen und damit schlechtere Chancen auf selbstbestimmtes Leben (deswegen ist Kinderpolitik heute = Sozialpolitik)
Gestaltung des kindlichen Lebensalltags sowie Schaffung demokratischer Gestaltungsmöglichkeiten
u.a. Partizipationsrechte umsetzen
Partizipation: Von der Fremdbestimmung zur Selbstverwaltung
Fremdbestimmung
Dekoration
Alibi-Teilhabe
Teilhabe
Zugewiesen, informiert
Mitwirkung
Mitbestimmung
Selbstbestimmung
Selbstverwaltung
Mindeststandards und Grundbedingungen für Partizipation
Freiwilligkeit und Ernsthaftigkeit
Kommunikative Kompetenz
Kooperation und Netzwerkarbeit
Wandelbarkeit und Lebendigkeit
Transparenz und Öffentlichkeit
Kinderpolitik
Partizipatorische Politik von und mit Kindern
Interessenvertretungen für Kinder
3 Gruppen kinderpolitischer Aktivitäten
Politik für Kinder
: Kinderbüros (Kinderfreundlichkeitsprüfungen), -beauftragte, -anwälte
Politik mit Kindern
: Kinder/Jugendparlamente (hohe Dichte), Kinderversammlungen
Projektorientierte, offene Formen
(erfüllen am ehesten
partizipatorische Mindeststandards)
Offene Formen
: Runde
Tische, Sprechstunden beim Bürgermeister (keine gewählten Vertreter, sondern für alle Kinder offen und dann Diskussion von Themen)
meist: Stellvertreterorgane als "Sprachrohre"
Stellvertretende Politik für Kinder
Politik für Familien, durch finanzielle Leistungen (Kindergeld, steuerliche Freibeträge etc.)
Bürgerliches Gesetzbuch - Wächter zum Wohl des Kindes
(Bundes-)Kinderbeauftragte(r)
Kritik/Diskussion
Spannungs- und Widerspruchsverhältnis zwischen
Selbstbestimmtheit & Mündigkeit versus
Vergesellschaftung
Kontinuitäten und Diskontinuitäten
emanzipatorischer Bestrebungen
Kinderpolitik in Deutschland ist in erster Linie eine Politik für
Kinder, weniger mit und selten von Kindern
Viele Beteiligungsmodelle sind heute institutionalisierte, von
Erwachsen organisierte + gelenkte „Mitmachprojekte“
Defizitärerer Blick auf "Kinder als Werdende" (Sozialisation) ist Blick auf "Kinder als Seiende" (/Akteure) gewichen
Kinder bleiben Rechtsobjekte und nicht -subjekte (Eltern als gesetzliche Vertreter), Staat wird nur bei Verletzung der Elternpflichten aktiv
Kinderpolitische Entscheidungen müssen
langfristig beurteilt werden und sind – was das Empfinden eines glücklichen Lebens
anbelangt – abhängig vom sozialen Stand in der Gesellschaft
Kinderpolitik muss
Struktur-, Finanz- und Bildungspolitik sein & Bedingungen schaffen, am Geschehen der Gesellschaft – aktuell wie perspektivisch -teilzunehmen und gesellschaftliches Leben (mit) zu bestimmen
Partizipationsrechte umsetzen (siehe rechts)